Gesundheit

3 Gelenkwickel bei Schmerzen durch Rheuma oder Gicht

Unsere Großmütter wussten noch um die Heilkraft von Hausmitteln. Selbstgemachte Wickel gehörten traditionell in ihr Repertoire, beispielsweise gegen Husten, Erkältung oder Zahnschmerzen. Ebenso auch gegen Verstauchungen oder schmerzende Gelenke. Ein Gelenkwickel ist ein bewährtes Mittel bei Beschwerden, die mit Rheuma, Arthrose oder Gicht einhergehen. Unsere drei unkomplizierten Gelenkwickel mit Natron, Heilerde und Kohl sind im Nu gemacht. Warum nicht einfach einmal ausprobieren?

Basenwickel für die Gelenke

Natriumhydrogencarbonat, oder anders gesagt Natron, finden Sie in jedem Supermarkt, auch in Drogerie oder Apotheke. Ein Gelenkwickel mit Natron wirkt entzündungshemmend und ist eine ganz einfache Möglichkeit, etwas gegen Ihre Gelenkbeschwerden bei Rheumatoider Arthritis, Arthrose oder Gicht zu tun.

Das brauchen Sie für den Gelenkwickel mit Natron:
Eine Schüssel mit einem Liter Fassungsvermögen, 50 Gramm handelsübliches Natron, ein Baumwolltuch, z.B. ein Geschirrtuch, und ein Handtuch.

So wird der Wickel gemacht:

  • Füllen Sie eine Schüssel mit etwa 1 Liter Wasser. Sie können handwarmes oder kaltes Wasser verwenden – je nachdem, was für Ihre Gelenke am angenehmsten ist. Bei rheumatischen Entzündungen wird Ihnen kälteres Wasser wohltun, bei Arthrose wird dagegen Wärme angenehmer sein.
  • Geben Sie 50 Gramm Natron ins Wasser und rühren Sie gut um, bis sich das Pulver gelöst hat.
  • Tauchen Sie dann ein Baumwolltuch (zum Beispiel ein Geschirrtuch) in die Natronmischung, wringen Sie es aus und legen Sie es anschließend auf die ungefähre Größe des zu umwickelnden Gelenks zusammen.
  • Wickeln Sie das feuchte Tuch möglichst faltenfrei um das betroffene Gelenk.
  • Legen Sie abschließend noch ein trockenes Tuch darum, bevor Sie den Wickel ungefähr 20 Minuten einwirken lassen.

Ein Wickel mit Heilerde tut gut bei Gelenkschmerzen.
Bildnachweis: GU

Gelenkwickel mit Heilerde

Heilerde hat einen hohen Mineralstoff- und Siliziumanteil und wirkt dadurch entzündungshemmend. Auch hier gilt, was oben schon gesagt wurde: Bei Arthrose bringt Wärme Entlastung. Sollte das betroffene Gelenk dagegen entzündet oder geschwollen und heiß sein, rühren Sie die Heilerde stattdessen mit kaltem Wasser an.

Das brauchen Sie für den Gelenkwickel mit Heilerde:
Eine kleine Schüssel zum Anrühren des Breis, Heilerde zur äußeren Anwendung, ein Baumwolltuch, z.B. ein Geschirrtuch, und ein Handtuch.

So wird der Wickel gemacht:

  • Rühren Sie aus Heilerde und Wasser der gewünschten Temperatur in einer kleinen Schüssel einen dicken Brei. Tragen Sie die Paste aus Heilerde direkt auf das schmerzende Gelenk auf.
  • Wickeln Sie dann ein Baumwoll- oder Leinentuch darum und zudem ein weiteres Handtuch.
  • Lassen Sie den Wickel einwirken, bis er sich kalt anfühlt oder bis die Heilerde getrocknet ist.
  • Entfernen Sie den Wickel und nehmen Sie den angetrockneten Heilerde-Brei mit kaltem oder warmem Wasser ab.

Wirsing und Weißkohl eignen sich beide ausgezeichnet für die Herstellung eines entzündungshemmenden Gelenkwickels.
Bildnachweis: GU/jump

Gelenkwickel mit Kohl

Der entzündungshemmende Kohlwickel ist der Klassiker unter den Gelenkwickeln. Kohl enthält antientzündliche Stoffe wie Senfölglycoside. In Studien wurde nachgewiesen, dass Kohlwickel eine ähnliche Wirkung haben wie der Arzneistoff Diclofenac.

Da Sie für den Wickel nur die äußeren Blätter des Kohlkopfes brauchen, können Sie den ganzen Rest im Sinn der Nachhaltigkeit zum Kochen verwenden. Kohl ist ein guter Partner für schmackhafte antientzündliche Gerichte. Wie wäre es denn beispielsweise mit einem vegetarischen Karoffelcurry, das Sie auch mit Kohl variieren können?

Das brauchen Sie für den Gelenkwickel mit Kohl:
Drei große äußere Blätter von Weißkohl oder Wirsing, Messer, Schneidbrett und Teigrolle (beides nicht aus Holz), eine elastische Binde und ein Handtuch.

So wird der Wickel gemacht:

  • Waschen Sie die Blätter und schütteln Sie sie trocken. Schneiden Sie mit dem Messer die dicken Blattrippen heraus.
  • Legen Sie die Kohlblätter auf eine Unterlage, die keine Feuchtigkeit aufnimmt – ein Holzbrett wäre daher ungeeignet. Walzen Sie mit dem Nudelholz kräftig darüber, bis etwas Kohlsaft austritt.
  • Legen Sie die feuchten Kohlblätter nun dachziegelartig auf das schmerzende Gelenk und fixieren Sie sie anschließend mit einer elastischen Binde.
  • Um eine möglichst intensive Wirkung zu erzielen, sollte der Wickel mindestens 1 Stunde, besser über Nacht auf dem Gelenk bleiben, und die Anwendung über mehrere Wochen wiederholt werden.

Suchen Sie bei dauerhaften Gelenkschmerzen bitte einen Arzt oder ein Ärztin auf, um die Ursache abklären zu lassen. Hausmittel wie Tinkturen, Wickel oder Salben können eine Therapie nur begleiten, aber nicht ersetzen.

Veröffentlicht am 30.11.2021

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