Forschung

Autophagie – Zellreinigung von innen

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Veröffentlicht am 13.09.2021

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Gesund bleiben bis in die späten Jahre

Im Körper des Menschen findet tagtäglich ein umfangreicher Entrümpelungs- und Recyclingvorgang auf Zellebene statt. Mit ihm befreien sich unsere Zellen von schädlichen Ablagerungen und alten Bestandteilen. Man nennt diesen Reinigungsprozess Autophagie. Der griechische Begriff beschreibt, dass die Zelle „sich selbst isst“, um gesund zu bleiben. Außerdem mobilisiert sie über die Autophagie Energiereserven und erhält wichtige Rohstoffe zurück, was zusätzlich ihre Leistungsfähigkeit steigert. Für unsere Gesundheit stellen sich die Fragen, wie sich die Autophagie fördern lässt und ob sich typische Alterungsprozesse durch Aktivierung der Autophagie aufhalten lassen.

Wie entstehen schädliche Ablagerungen in unseren Zellen? Jede Sekunde produzieren lebende Zellen durch ganz natürliche Stoffwechselvorgänge verschiedenste Abfallstoffe. Dabei kann es sich um kleinste Teile der Zelle selbst handeln, die verbraucht oder beschädigt wurden wie Mitochondrien, die „Kraftwerke“ unserer Zellen, aber auch um körpereigene Eiweiße, die gelegentlich falsch aufgebaut werden.

Hinzu kommen Eindringlinge von außen, wie Viren und Bakterien, die bei Infektionen unsere Zellen angreifen und schädigen. Ihre Auswirkungen und letztlich auch sie selbst müssen umfangreich „entsorgt“ werden.

Autophagie – So helfen sich die Zellen selbst

Unser Körper hat einen raffinierten Vorgang entwickelt, um sich lange funktionsfähig zu erhalten. Der biochemische Prozess der Autophagie erfüllt gleich drei wesentliche Aufgaben:

  • er wirkt zellreinigend und erhält damit Zellen gesund,
  • er gewinnt neue Energie und Rohstoffe aus alten Abfallstoffen,
  • er hilft bei der Bekämpfung und Beseitigung von Krankheitserregern.

Zellreinigung

Wie in jedem Haushalt fallen auch in Körperzellen mal mehr und mal weniger Abfälle im Alltag an. Nicht alle können sofort beseitigt werden. Größere Mengen zellulären Abfalls aber können zu Störungen und Krankheiten führen. Das ist besonders beim Altwerden der Fall, denn die Aktivität der Autophagie lässt mit den Jahren nach. Bei der Alzheimer-Demenz beispielsweise ist bekannt, dass Ablagerungen von sogenannten Tau-Fibrillen und Beta-Amyloid-Plaques in und an unseren Nervenzellen eine bedeutende Rolle spielen. Umgekehrt kann eine starke Autophagie gesunde Strukturen fördern.

Recycling vor Ort

Verbrauchte Zellbestandteile enthalten noch immer Energie und bilden eine wichtige Rohstoffreserve „vor Ort“. Über das Recycling der Autophagie werden die gebundene Energie und die Grundsubstanzen der Reststoffe wie Fette oder Eiweiße wieder für den Organismus verfügbar.

Vernichtung von Krankheitserregern

Doch die Autophagie kann noch mehr: Sie unterstützt beim Abbau bestimmter Viren und Bakterien und trägt zur Zellgesundheit bei. Damit ist die Autophagie auch ein angeborenes Abwehrsystem gegen Krankheitserreger in den Zellen.

Was passiert bei der Autophagie?

Alles, was die Zelle beseitigen möchte, wird im Prozess der Autophagie zunächst identifiziert und von einer Membran umschlossen. Dabei muss nicht viel vorsortiert werden. Es entstehen handliche Pakete gemischten Inhalts (Autophagosome). Erst wenn sich diese im nächsten Schritt mit einem weiteren Bläschen verbinden, dem Lysosom, entstehen über abbauende Enzyme zerlegte Einzelbestandteile für die weitere Verwendung.

Die Illustration zeigt den Prozess der Autophagie.

Der Ablauf der Autophagie wurde in einem Land entdeckt, in dem etliche Menschen sehr alt werden, lange gesund und geistig fit bleiben: in Japan. Professor Yoshinori Ohsumi erhielt 2016 für seine bahnbrechende Grundlagenforschung zur Autophagie den Nobelpreis in Physiologie/Medizin. Viele wissenschaftliche Arbeiten und Studien weltweit folgten dem Wegbereiter.

Fasten und Spermidin – Was fördert die Autophagie?

Autophagie ist ein natürlicher Vorgang. Wissenschaftler fanden heraus, dass sie im Körper immer dann besonders angekurbelt wird, wenn gerade keine Nahrung verfügbar ist und eine Energieknappheit droht. Die Autophagie ist eben auch ein effektives Notfallprogramm.

Das regt die Autophagie an:

  • Begrenzung der Kalorienaufnahme (Heilfasten oder Intervallfasten)
  • Einnahme von „Fasten-Nachahmern“ (CRM - Caloric Restriction Mimetics)

Ein mindestens zwölfstündiger konsequenter Zufuhrstopp an Kalorien wie beim Intervallfasten zwingt den Körper, nach eigenen Reserven Ausschau zu halten. Die Autophagie wird ausgelöst und damit gleichzeitig die so wichtige Zellreinigung. Das Resultat: Fasten ist gesund und macht schlank!

Caloric Restriction Mimetics (übersetzt etwa: Nachahmer der Kalorienbeschränkung) sind Substanzen, die im Körper eine reduzierte Kalorienzufuhr simulieren. Sie stellen eine Art „Zellhunger“ nach und haben damit eine vergleichbare Wirkung wie das Fasten – aber ganz ohne Einschränkungen in der Lebensweise.

Der bekannteste dieser Stoffe ist das Spermidin. Das heißt, eine spermidinreiche Ernährung kann ähnlich positive Effekte bewirken wie eingeschobene Fastenperioden.

Gesund und vital bis in die späten Jahre?

Es wäre schön, wenn die Autophagie Zeit unseres Lebens wirkungsvoll erhalten bliebe. Untersuchungen zeigen jedoch, dass bereits ab einem Lebensalter von etwa 30 Jahren die Fähigkeit der Zellen zur Autophagie abnimmt. Dann können sich vermehrt Rückstände ansammeln und Zellfunktionen beeinträchtigen. Bestimmte Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz werden zumindest teilweise mit einer verringerten Autophagie in Verbindung gebracht.

Der Abnahme der Autophagie kann durch gesunde, Ernährung und Lebensstil begegnet werden. Auch durch eine gezielte Zufuhr von fördernden Substanzen wie Spermidin kann sich die Autophagie verbessern, wie positive Studienergebnisse zur Demenzprävention bei älteren Personen zeigen. Als Nahrungsergänzungsmittel ist spermidineLIFE® inzwischen freiverkäuflich in Apotheken erhältlich.

Wissenschaftler und Mediziner hoffen, dass noch mehr bestätigende Daten in den nächsten Jahren zusammengetragen werden können und dass die Substanz Spermidin eines Tages regelmäßig in der Frühprävention eingesetzt und in den täglichen Ernährungsplan integriert werden kann.

Experten gehen davon aus, dass die Autophagie einer der bedeutendsten und einfachsten Wege zur frühzeitigen Abmilderung von Alterungserkrankungen beim Menschen ist.

Veröffentlicht am 09.08.2021

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