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Gesundheit
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Veröffentlicht am 07.07.2022

Blutzuckerwerte – das müssen Sie wissen

Blutzuckerwerte einfach erklärt: Welcher Wert ist normal? Wann ist der Blutzucker erhöht? Was sind Nüchternblutzucker, HbA1c und Langzeitzucker? Führt ein dauerhaft erhöhter Zuckerspiegel automatisch zu Diabetes?

Hände, die mit Gerät Blutzucker messen

Blutzuckerwerte selbst zu messen, ist mit modernen Messgeräten ganz einfach und schmerzlos.
Bildnachweis: AdobeStock/Proxima Studio

Hat Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie schon öfter auf Ihren Blutzuckerspiegel hingewiesen mit den Worten, den müsse man beobachten? Dann sollten Sie proaktiv handeln, um Ihren (Prä-)Diabetes selbst zu heilen. Von erhöhten Blutzuckerwerten bis hin zur „Zuckerkrankheit“ führt nämlich ein schleichender Prozess oft ohne auffällige Symptome oder Beschwerden. Lesen Sie hier, welcher Blutzuckerwert normal ist und wann er als erhöht gilt. Was sagen Blutzuckerwerte noch aus, wie lassen sie sich beeinflussen? Sollte man sie prophylaktisch regelmäßig selbst messen?

Welche Blutzuckerwerte sind normal?

Prädiabetes und Diabetes Typ 2 lassen sich im Anfangsstadium durch Ernährung und zusätzliche Programme gut in Griff bekommen. Um damit frühzeitig einzusteigen, ist es umso wichtiger den eigenen Blutzuckerwert zu kennen und regelmäßig zu überprüfen.

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Ein wichtiger Schritt, wenn der Blutzucker bereits hoch ist: Beobachten Sie Ihre Gewohnheiten, machen Sie sich Notizen zu Ernährung und Zuckerwerten. So sehen Sie, wo Sie mit Veränderungen ansetzen können, um Ihr Diabetes-Risiko zu minimieren.
Bildnachweis: iStock/karandaev

Tabelle: Blutzuckerwerte im Überblick

  • Normale Blutzuckerwerte
    Blutzucker nüchtern < 100 mg/dl
    Langzeitblutzucker, HbA1c (%) < 5,6
    Blutzucker 2 Stunden nach Zuckerbelastung < 139 mg/dl
  • Blutzuckerwerte, die auf Prädiabetes hinweisen
    Blutzucker nüchtern 100 – 125 mg/dl
    Langzeitblutzucker, HbA1c (%) 5,7-6,4
    Blutzucker 2 Stunden nach Zuckerbelastung 140 – 199 mg/dl
  • Blutzuckerwerte bei Diabetes
    Blutzucker nüchtern > 126 mg/dl
    Langzeitblutzucker, HbA1c (%) > 6,5
    Blutzucker 2 Stunden nach Zuckerbelastung > 200 mg/dl

Nüchternblutzucker, postprandialer Blutzucker und Langzeitblutzucker – Fachausdrücke verstehen

Beim Bestimmen des Blutzuckers werden Ihnen mancherlei Fachausdrücke und die damit verbundenen Werte immer wieder begegnen: Nüchternblutzucker, basaler Blutglukosewert, postprandialer Blutzuckerwert, Blutzuckerspitzen, Blutzucker nach Belastung, HbA1c, Langzeitblutzucker oder Blutzuckergedächtnis.
Das mag nun alles viel und unübersichtlich erscheinen, lässt sich aber in genau drei Kategorien aufdröseln:

Nüchternblutzucker oder basaler Blutglukosewert

Im Tagesrhythmus kommt es in unserem Körper zu unterschiedlicher Ausschüttung verschiedener Hormone (beispielsweise Kortisol, Insulin oder Adrenalin), die alle den Blutzuckerspiegel beeinflussen können. Als Basis für Diabeteskontrolle gilt deshalb ein normaler Nüchternblutzucker mit einem Wert von unter 100 mg/dl. Diesen bestimmt man - wie der Name bereits sagt - morgens vor der ersten Mahlzeit.

Postprandialer Blutzucker oder Blutglukosespitzen

Das sind wörtlich verstanden die Zuckerwerte „nach dem Essen“, manchmal hört man dafür auch den Ausdruck "Zuckerbelastung". Wie hoch die Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten liegen, dies scheint nach Meinung der Wissenschaft ein eigenständiger Risikofaktor zu sein. Deshalb haben Fachgesellschaften wie Deutsche Diabetesgesellschaft (DDG) oder die International Diabetes Federation (IDF) den sogenannten „postprandialen Zwei-Stunden-Blutglukosewert“ festgelegt.

Dies ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte zwei Stunden nach dem Essen. Dabei werden Zielwerte von maximal 140 mg/dl Blutglukose zwei Stunden nach dem Essen angestrebt.

HbA1c -Wert oder Langzeitblutzucker

Blutzucker bindet sich kontinuierlich an das Hämoglobin, anders gesagt den roten Blutfarbstoff. Dabei entsteht glykolisiertes, also „verzuckertes“ Hämoglobin, das HbA1c. Je höher die Blutzuckerwerte steigen, desto höher ist auch das HbA1c.
Die roten Blutkörperchen, in denen sich das HbA1c befindet, haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa vier Monaten. Der gemessene HbA1c-Wert erlaubt somit eine Beurteilung der mittleren Blutzuckerkonzentration der vergangenen zehn bis zwölf Wochen. Aus diesem Grund werden im Rahmen der standardisierten regelmäßigen Diabeteskontrollen HbA1c-Messungen im Abstand von drei Monaten empfohlen. Auf diese Weise ermittelt man den Langzeitblutzucker, das HbA1c, dessen Wert 6,5% nicht überschreiten sollte. In anderen Worten spricht man hier auch vom „Blutzuckergedächtnis“.

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Diabetes-Risiko: Ein kleiner Pieks und ein Blutzuckertest zeigen Ihnen, wo Sie aktuell stehen. Mit modernen Messgeräte-Sets können Sie Blutzuckerwerte auch bequem Zuhause messen und müssen nicht zwangsläufig eine Arztpraxis aufsuchen.
Bildnachweis: AdobeStock/Proxima Studio

Blutzucker selbst messen

Wenn Sie vor einem kleinen Pieks nicht zurückschrecken, können Sie Ihre Blutzuckerwerte zur Kontrolle übrigens auch selbst messen. Gerade wenn Sie schon öfter auffällige Werte hatten, kann sich die Anschaffung eines elektronischen Messgeräts und das schriftliche Festhalten der jeweiligen Werte für Sie lohnen.

In der Regel werden Blutzucker-Messgeräte in Apotheken und Online als Set angeboten, das in jede Handtasche passt. Dies besteht aus einer Einstechhilfe mit Lanzetten (hauchdünnen Nadeln), einem batteriebetriebenen Messgerät und einem Döschen, in dem die empfindlichen Mess-Streifen aufbewahrt werden.

So messen Sie Ihre Blutzuckerwerte richtig

  • Hände gründlich waschen
  • Eine frische Lanzette in die Stechhilfe einlegen (Packungsanweisung beachten)
  • Einen neuen Teststreifen ins Messgerät einlegen (Packungsanweisung beachten)
  • Stechhilfe seitlich an der Fingerkuppe ansetzen
  • Mechanismus auslösen und Stechhilfe entfernen
  • Wenn der Blutstropfen zu klein ist, den Finger leicht zur Kuppe hin ausstreichen, nicht quetschen
  • Messgerät mit Teststreifen an den kleinen Blutstropfen heranführen
  • Der Streifen saugt das Blut hoch und in wenigen Sekunden zeigt das Display Ihr Ergebnis an

Wenn Sie unsicher sind, ob es Sinn für Sie macht, Ihren Blutzucker zur Kontrolle regelmäßig selbst zu messen, besprechen Sie dies ruhig auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In vielen Fällen kann es hilfreich sein, die Blutzuckerwerte für Follow-Up-Termine selbst einige Wochen zu dokumentieren.

Sollten Sie Fragen zu Art und Handhabung unterschiedlicher Messgeräte haben, beantwortet man Ihnen diese sicher gern in der Apotheke Ihres Vertrauens.

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Zur Energiegewinnung braucht unser Körper Zucker - Saccharose oder Haushaltszucker ist jedoch kein guter Lieferant dafür. Bildnachweis: iStock/ollo

Unser Organismus braucht rund um die Uhr Zucker

In allen Lebenslagen, egal ob beim intensiven Training oder im Schlaf, braucht unser Körper Energie. Diese benötigte Energie liefert uns die tägliche Nahrung, vorzugsweise in Form von Kohlenhydraten (Stärke und Zucker).

Um die zugeführte Energie nutzen zu können, müssen die Energielieferanten zunächst vom Darm ins Blut gelangen. Kohlenhydrate können ausschließlich als Einfachzucker (Monosaccharide) über die Darmzellen ins Blut aufgenommen werden. Das bedeutet, dass komplexere Kohlenhydrate zuerst in ihre Bausteine aus Traubenzucker (Glukose), also in die Einfachzucker, gespalten werden. Erst anschließend können sie ins Blut übergehen.

Das heißt, dass immer, wenn wir kohlenhydrathaltige Lebensmittel essen, kurz danach der Zuckerspiegel und damit unsere Blutzuckerwerte im Blut ansteigen. Unser Blut transportiert nun Nährstoffe zu den verschiedenen Körperzellen. Die Kraftwerke der Körperzellen nutzen den Blutzucker als Brennstoff zur Gewinnung von Energie für unterschiedliche Stoffwechselvorgänge, wie Muskelarbeit, Organleistung und Aufrechterhaltung der Körpertemperatur.

In diesem Zusammenhang lesen wir häufig auch vom Glykämischen Index und auch der Glykämischen Last. Beide Male geht es vereinfacht gesagt um die unmittelbare Wirkung eines Nahrungsmittels auf den Blutzuckerspiegel. Was es genau damit auf sich hat, erklärt uns Professor Dorothea Portius im Artikel Gesunder Snack für einen stabilen Blutzuckerspiegel. Das Rezept für ihre "GlykLich-Kugeln" gibt es dort übrigens auch!

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Mit den GlykLich-Kugeln nach dem Rezept von Professor Dorothea Portius halten Sie Ihren Zuckerspiegel im Gleichgewicht.
Bildnachweis: Jutta Schmolke

Die Rolle des Insulins bei der Zuckerverarbeitung

Damit der Zucker nun aber aus dem Blut zur Energiegewinnung in die Zellen gelangen kann, wird noch ein Botenstoff benötigt, das Hormon Insulin. Wenn wir uns das Blut in unseren Adern als Kanalsystem vorstellen, können wir das Insulin mit Frachtschiffen vergleichen. Diese bringen in unserem Fall den Brennstoff Zucker über die Adern genau dorthin, wo er gebraucht wird.

Insulin wird von bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse in den sogenannten Langerhans-Inseln produziert – daher der Name! Mithilfe des Hormons Insulin kommt der Blutzucker also erst in die Zellen. Dadurch sinkt der Gehalt des Zuckerwertes im Blut auch wieder ab. Dies wiederum bewirkt, dass in anderen Zellen der Langerhans-Inseln das Hormon Glukagon bereitgestellt wird. Dieser Gegenspieler zum Insulin sorgt im ersten Schritt für die Freisetzung von Glukose aus dem Leberspeicher (Leberglykogen). Im nächsten Schritt wird Glukose aus dafür geeigneten Eiweißbausteinen neu gebildet. Was wiederum zum Anstieg des Blutzuckerspiegels führt.

Durch das ausgeklügelte Zusammenspiel der beiden Hormone Insulin und Glukagon aus der Bauchspeicheldrüse entsteht im gesunden Organismus eine perfekte Blutzuckerbalance. Diabetes mellitus ist eine Störung dieses fein ausbalancierten Energiestoffwechsels.

Gestörte Balance im Zuckerhaushalt bei Diabetes mellitus

Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin, aber die Körperzellen sprechen auf das blutzuckersenkende Hormon nicht mehr richtig an. Infolgedessen kommt es zu einer ungenügenden Insulinwirkung, man spricht hier häufig auch von Insulinresistenz. Der Körper reagiert damit, die unzureichende Wirkung auszugleichen, indem er immer mehr Insulin bildet. Dadurch gelingt es, die Blutzuckerwerte eine Weile noch im Normbereich zu halten.

Erst wenn die erhöhte Insulinproduktion die mangelnde Wirkung nicht mehr ausgleichen kann und dadurch die Blutzuckerwerte ansteigen, spricht man vom manifesten Diabetes Typ 2. Dieser Dauerstress wirkt sich in Folge übrigens auch negativ auf die Bauchspeicheldrüse aus.

Die Zuckerkonzentration im Blut steigt nun also an, ohne dass der Blutzucker abtransportiert und danach von den Körperzellen als Energie genutzt werden kann. Bei zu hohen Werten im Blut wird Zucker sogar teilweise mit dem Urin ausgeschieden. Das ist der Fall, wenn die Zuckerkonzentration im Blut Werte von 180 bis 200 mg/dl überscheitet. Dieses Phänomen hat der Erkrankung bereits in der Antike ihren Namen gegeben: Diabetes mellitus = honigsüßer Durchfluss, was sich auf den auffallend süßlichen Urin der Diabetiker bezog.

Erhöhter Blutzucker: der Feind im eigenen Körper

In Deutschland verzeichnen wir etwa 600.000 Neuerkrankungen pro Jahr an Typ-2-Diabetes, einer meist durch den Lebensstil verursachten chronischen Stoffwechselerkrankung. Ihr einfach messbares Kennzeichen sind die bereits beschriebenen hohen Blutzuckerwerte, die jedoch meist nur bei Verdachtsfällen routinemäßig kontrolliert wird.

Die Dunkelziffer für Diabetes-Erkrankungen liegt daher vermutlich deutlich höher. Im Schnitt leben an Diabetes Typ 2 Erkrankte nämlich acht Jahre lang damit, bevor sie ihre Diagnose erhalten. Diese Zivilisationskrankheit macht sich oft erst im fortgeschrittenen Stadium durch deutliche Symptome bemerkbar.

Was früher auch Altersdiabetes genannt wurde, tritt nun vermehrt auch bei zumeist übergewichtigen Kindern und Jugendlichen auf. Mittlerweile sprechen Experten und Expertinnen sogar von einer „Diabetes-Epidemie“.

Apropos Übergewicht: Nicht nur Adipositas erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken, sondern auch bereits eine ungünstige Verteilung der zusätzlichen Pfunde. Gerade Bauchfett kann sich besonders negativ auf die Gesundheit.

Erhöhte Zuckerwerte was sind die nächsten Schritte?

Um eine Diabetes-Erkrankung auszuschließen, zu kontrollieren bzw. zu diagnostizieren, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Routinemäßige Check-Ups nutzen, um den eigenen Blutzuckerwert zu überprüfen.
  • Bei vorliegendem Diabetes-Risiko Blutzuckerwerte selbst messen und als Basis für ein Arztgespräch Buch führen.
  • Stellt man bei einer Blutuntersuchung Werte von 100 bis 125 mg/dl fest, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) empfehlen.
  • Bei Blutzuckerwerten zwischen 126 und 200 mg/dl ist zunächst eine Wiederholung der Blutkontrolle notwendig. Ein hoher Zuckerwert kann beispielsweise auch infektionsbedingt vorliegen. Bestätigt sich der Wert jedoch, gilt die Diagnose Diabetes mellitus als gesichert.
  • Liegen die gemessenen Werte sogar über 200 mg/dl, gilt die Diagnose ebenfalls als gesichert.

Auch bei erhöhten Blutzuckerwerten oder einer Form des Prädiabetes gilt: Wenn Sie Werte selbst messen, dann halten Sie diese auch fest. Besonders leicht fällt dies mit entsprechenden Apps wie etwa mySugr - Diabetes-Tagebuch. Ob zum Festhalten gemessener Werte, Erfassen von Mahlzeiten, Lebensmitteln oder Aktivitäten bis hin zu genauen Reports als Basis für das nächste Arztgespräch - mit Hilfe solcher Apps ist Diabetes-Monitoring übersichtlich und unkompliziert.

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) zur Absicherung der Diagnose

Ein sicherer Test zur frühen Erkennung eines sich entwickelnden Diabetes ist der orale Glukosetoleranztest (oGTT). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für diesen Test folgende Kriterien festgelegt:

Als Vorbereitung sollten Sie sich vor dem Test mindestens drei Tage lang kohlenhydratreich ernähren. Dies bedeutet, dass Sie täglich mehr als 150 Gramm Kohlenhydrate zu sich nehmen sollten. Dies ist wichtig, um falsche positive Testergebnisse zu vermeiden. Denn sowohl ein Nahrungsverzicht durch Fasten als auch auch eine Kohlenhydratmangelkost bei Low-Carb-Ernährung können selbst bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel eine pathologische Glukosetoleranz hervorrufen.

Der Test wird morgens nüchtern durchgeführt, wofür die letzte Nahrungsaufnahme mindestens zehn Stunden zurückliegen muss. Zuerst bestimmt eine Messung den Nüchternblutzucker, dann bekommen Sie eine Glukoselösung zu trinken (bei Erwachsenen 75 Gramm in 200 bis 300 ml Wasser gelöst).

Nach zwei Stunden erfolgt erneut eine Blutentnahme.
Werte zwischen 140 und 199 mg/dl zeigen eine gestörte Glukosetoleranz (Prädiabetes), Werte über 200 mg/dl sichern die Diagnose Diabetes mellitus.

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Erhöhte Zuckerwerte können sich auf vielerlei Weise äußern, Müdigkeit und Sehstörungen sind dabei unter den Symptomen.
Bildnachweis: AdobeStock/nenetus

Erhöhten Blutzucker und mögliche Diabetes-Symptome erkennen

Wenn wir aufpassen und körpereigene Warnsysteme nicht ignorieren, lässt sich ein erhöhter Zuckerspiegel an folgenden Symptomen frühzeitig erkennen. Im Umkehrschluss gilt das allerdings leider nicht.

  • Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Hautveränderungen wie trockene Haut oder Juckreiz
  • Sehstörungen
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • schlechte Wundheilung
  • Muskelkrämpfe
  • Infektionsanfälligkeit

Bitte holen Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat ein, wenn Sie solche Veränderungen wahrnehmen. Eine Test der Blutzuckerwerte ist rasch gemacht und gibt meist unmittelbaren Aufschluss.

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Haferflocken mit Blaubeeren und Mandeln sind ein optimales Frühstück, um die Blutzuckerwerte nur langsam steigen zu lassen. Bildnachweis: AdobeStock/VladislavNoseek

Wie Kohlenhydrate den Blutzucker beeinflussen

Wir haben schon gehört, dass Kohlenhydrate aus Zuckermolekülen bestehen und (neben Eiweißen und Fetten) der Hauptbestandteil unserer Ernährung sind. Wenn wir Kohlenhydrate essen, zerlegt unser Verdauungssystem diese in ihre Einzelbausteine, die Zuckermoleküle, und der oben beschriebene Prozess setzt ein.

Nun sind aber nicht alle Kohlenhydrate gleich gut für unseren Körper. Manche machen ihm wenig Arbeit, manche jedoch mehr – was in diesem Fall gut für uns ist!

Ungünstige Kohlenhydrate für den Blutzucker

Die ungünstigen Kohlenhydrate sind die einfachen oder einfach zusammengesetzten. Diese finden wir ausgerechnet in allem, was süß schmeckt und aus weißem Mehl gebacken ist. Süßigkeiten, Weißbrot, Kuchen oder Kekse, Nudeln oder weißer Reis zählen beispielsweise dazu.

All diese Lebensmittel enthalten sogenannte Einfachzucker (Monosaccharide) oder kurze Zuckerketten, die im Magen-Darm-Trakt rasch zerlegt werden. Infolgedessen rauschen alle aufgespaltenen Zuckermoleküle in kürzester Zeit beinahe gleichzeitig in die Blutbahn. Der Blutzuckerspiegel schnellt dadurch enorm in die Höhe. Die Bauchspeicheldrüse muss auf Hochtouren arbeiten, um genug „Frachtschiffe“ (unser Insulin) für den Zucker bereitzustellen.

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Ballaststoffe und Kohlenhydrate in Vollkornprodukten sind nicht nur bei erhöhtem Blutzucker gut für unsere Gesundheit.
Bildnachweis: iStock/NataliPopova

Günstige Kohlenhydrate für den Blutzucker

Die günstigen Kohlenhydrate sind dagegen in Gemüse und Vollkornprodukten enthalten. Sie sind langkettige Zucker, auch Mehrfachzucker oder Polysaccharide genannt, und machen unseren Verdauungsenzymen beim Aufspalten gewissermaßen mehr Arbeit.

Wenn unser Verdauungssystem diese Kohlenhydrate nur etwas mühsam und dadurch langsamer in ihre einzelnen Zuckermoleküle zerlegt, wirkt sich dies positiv auf unseren Stoffwechsel aus! Die Zucker werden dann nämlich nur nach und nach ins Blut abgegeben, so dass der Blutzucker nur langsam ansteigt. Das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse – unsere „Frachtschiffe“ – muss daher keine Sonderschichten fahren. Zudem stecken in Vollkornprodukten und Gemüse Ballaststoffe. Das sind unverdauliche Kohlenhydrate, die die Blutzuckerwerte sogar positiv beeinflussen.

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Ein Erfolgsprogramm gegen hohen Blutzucker und Diabetes - bildlich dargestellt.
Bildnachweis: iStock/spukkato

Mit veränderten Gewohnheiten aktiv gegen Diabetes

Betrachten Sie erhöhte Blutzuckerwerte nicht als Einbahnstraße in den Diabetes, sondern vielmehr als Weckruf. Informieren Sie sich, was Sie selbst gegen die Zuckerkrankheit tun können und lassen Sie sich dabei fachkundig von einer Diabetologin oder einem Diabetologen unterstützen.

Wichtig ist zunächst, eigene (Ess-)Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu erkennen, denn allein schon daran lässt sich erfolgreich ansetzen.

Was Sie mit konsequent angepasster Ernährung, Gewichtsabnahme und Bewegung erreichen können, verrät Ihnen unser Artikel Diabetes, Blutzucker mit Ernährung in Griff bekommen.

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