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Veröffentlicht am 21.02.2022

Gurkenwasser hilft im Akutfall bei Wadenkrämpfen

Sie werden häufig von nächtlichen Wadenkrämpfen geplagt? Vera Cordes weiß Rat: Mit einem Schluck Gurkenwasser aus dem Gewürzgurken-Glas im Akutfall und mit einfachen Dehnungen nicht nur wenn es schmerzt, sondern auch prophylaktisch, bekommen Sie Beinkrämpfe gut in Griff.

Glas mit Gewürzgurken

Schluck gefällig? Gurkenwasser soll im Akutfall gegen Wadenkrämpfe helfen. Bildnachweis: AdobeStock/Irina

Was tun Sie, wenn Sie nachts durch Wadenkrämpfe aus dem Schlaf gerissen werden? Vera Cordes setzt in solchen Augenblicken auf Gurkenwasser, und zwar von Gewürzgurken! Entdeckt wurde dessen krampfstillende Wirkung in der amerikanischen Footballliga. Was ein verrückter Tipp scheint, ist offenbar nicht nur wirksam bei Vera Cordes, sondern auch bei vielen ihrer Zuschauer. Einhellig betonen sie, wie toll das Gurkenwasser hilft, wenn es darum geht schmerzhafte und anhaltende Krämpfe schneller zu beenden. Alles rund ums Gurkenwasser und Wissenswertes über Dehnungen gegen Wadenkrämpfe und Krämpfe in den Beinen lesen Sie hier.

Die Suche nach den Ursachen für Wadenkrämpfe

Häufig entwickeln sich Muskelkrämpfe nach übermäßiger muskulärer Anstrengung. Dass Muskeln aber nicht nur durch intensiven Leistungssport überfordert werden, davon kann Vera Cordes aus eigener Erfahrung berichten:

Falsches Schuhwerk verursacht Krämpfe

"Wenn ich vor der Kamera hochhackige Pumps trage, dann genieße ich das. Da ich aber weiß, dass sie auf Dauer für die Füße eine Zumutung sind, beschränke ich das elegante Schuhwerk auch nur auf die Zeiten von Proben- und Sendedauer. Dennoch rächen sich meine Muskeln an Zehen und Fußsohlen zwei bis drei Stunden nach der ungewohnten Belastung häufig mit Krämpfen. Scheinbar widersinnig, aber gerade dann, wenn sich die gut 30 Muskeln an jedem meiner Füße in warmen, weichen Haussocken entspannen dürfen, beginnen die Krämpfe in den Beinen."

Medizinische Ursachen für Wadenkrämpfe

Wenn Krämpfe nicht an High Heels oder andererseits an übermäßigem Sport liegen, was verursacht die Beinkrämpfe denn dann? Wer sich häufig mit nächtlichen Krämpfen plagt, sollte versuchen, gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin herauszufinden, woran es liegt:

  • an Nebenwirkungen eines Medikaments, das regelmäßig eingenommen wird?
  • in seltenen Fällen an einer unerkannten Grunderkrankung von Muskeln oder Nerven?
  • dass man tagsüber zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hat?
  • dass man andererseits zu viel Alkohol getrunken hat?

Treten die Krämpfe besonders stark oder an ungewöhnlichen Körperstellen auf, können gezielte neurologische Untersuchungen zeigen, ob eine eventuell zugrunde liegende Erkrankung die Krämpfe verursacht.

Welche Präparate helfen gegen Muskelkrämpfe?

Magnesium gegen Krämpfe

Egal wen man fragt, fast immer lautet der Rat: "Nimm Magnesium!" Ob als Kapseln, Tabletten oder Pulver - gesichert scheint Magnesium nur dann zu helfen, wenn ein echter Mangel vorliegt, denn der kann tatsächlich die Krampfneigung des Muskels erhöhen.

Um mangelbedingte Wadenkrämpfe zu vermeiden, benötigt ein Erwachsener im Schnitt 350 Milligramm Magnesium pro Tag. Mit ausgewogener Ernährung lässt sich dieser Bedarf leicht decken. Er steckt zum Beispiel schon in einer Banane (circa 100 mg), einer kleinen Hand voll Cashewkernen (circa 135 mg) und drei Esslöffeln Weizenkleie (circa 180 g). Auch Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Bitterschokolade, Brokkoli und Himbeeren enthalten viel Magnesium.

Medikamente mit Chinin

Solche Medikamente senken zwar nachweislich die Anzahl, Dauer und Intensität von Krämpfen, haben in seltenen Fällen jedoch lebensbedrohliche Nebenwirkungen. Deshalb sind diese Mittel in Deutschland seit 2015 nur noch auf Rezept zu haben und in den USA, Australien und Neuseeland für die Behandlung von Wadenkrämpfen sogar verboten.

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Dehnungsübungen sind nicht nur bei akuten Muskelkrämpfen gut, sondern auch als Prophylaxe.
Bildnachweis: AdobeStock/contrastwerkstatt

Tipp: Gurkenwasser von Gewürzgurken gegen Krämpfe

"Früher musste ich bei Wadenkrämpfen mindestens eine halbe Stunde dehnen, massieren und wärmen, bis die Sache halbwegs überstanden war.", so Vera Cordes. Heute dauere der Krampf nach ein paar Schluck Essigsud höchstens noch ein bis zwei Minuten. Das Gurkenwasser-Rezept ist dabei ganz einfach: "Sie müssen dazu lediglich den Sud von einem Glas mit Gewürzgurken abgießen. Die Marke scheint dabei nicht entscheidend zu sein. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings: je saurer, desto wirksamer. "Placeboeffekt", sagen Sie jetzt vielleicht."

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Die positive Wirkung von Gurkenwasser bei Krämpfen ist mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen.
Bildnachweis: AdobeStock/Viktoriya

Wissenschaftlich erwiesen: Gurkenwasser hilft gegen Krämpfe

Auf den Trick mit dem Gurkenwasser bei Wadenkrämpfen kam man im Jahr 2000, als die Footballteams Philadelphia Eagles und Dallas Cowboys bei extremer Hitze gegeneinander antraten. Während ein Dutzend der Cowboys wegen Krämpfen das Spiel abbrechen musste, verloren die Eagles keinen ihrer Spieler und gewannen das Match.

Der Medizinstudent Kevin Miller war davon so beeindruckt, dass er dieses Phänomen rund zehn Jahre später in seiner Doktorarbeit untersuchte. Er stellte fest, dass ein Krampf ohne Gurkenwasser zwischen 71 und 246 Sekunden brauchte, bis er wieder verschwand. Mit dem sauren Sud hingegen war die Sache in 12 bis 219 Sekunden ausgestanden – im Schnitt nach 85 Sekunden und damit 45 Prozent schneller als ohne.

Wie genau wirkt das Gurkenwasser?

Das wiederum ist noch nicht geklärt. An einer Änderung des Mineralstoffhaushalts kann es nicht liegen, denn dafür geht es zu schnell. Vielleicht ist es einfach nur der Geschmack oder der sauren Reiz der Essigsäure im Rachen, der krampflösend wirkt? Ein kleiner, heilsamer Schock sozusagen.

Gurkenwasser wird auch von PhysiotherapeutInnen empfohlen, obwohl wie gesagt der Nachweis des genauen Wirkmechanismus fehlt. Theorie ist, wenn man alles weiß, aber nichts funktioniert, und Praxis ist, wenn alles funktioniert und keiner weiß, warum. Hier passt der Spruch echt gut.

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Allzeit bereit gegen Wadenkrämpfe mit einigen Schlückchen Gurkenwasser aus dem Gewürzgurken-Glas.
Illustrationen: GU/Ela Strickert

Übrigens, wenn Sie selbst prüfen wollen, ob sauer auch Sie locker macht, stellen Sie sich ein Gläschen Gurkenwasser ans Bett. Bei einem Krampf einen kräftigen Schluck trinken – ist eigentlich ganz einfach. Wichtig: Pro Kilogramm Körpergewicht soll ein Milliliter Gurkenwasser ausreichen.

Mit Bewegung und Dehnung gegen Krämpfe arbeiten

Was erwiesenermaßen auch prophylaktisch gegen Muskelkrämpfe hilft, ist regelmäßige Bewegung und vor allem Dehnung.

Dehnung als Prophylaxe gegen Krämpfe

Nun mag Prävention oft anstrengend und zeitraubend sein, aber speziell in diesem Fall ist Vorbeugen wirklich einfach. Denn schon dreimal zehn Sekunden Dehnungsübungen vor dem Schlafengehen reduzieren die Neigung zu nächtlichen Wadenkrämpfen nachweislich.

Studie belegt Wirksamkeit von Muskeldehnung gegen Krämpfe

Das ist das Ergebnis einer Studie, an der Männer und Frauen teilnahmen, die regelmäßig unter nächtlichen Beinkrämpfen litten. Über sechs Wochen mussten sie ihre Waden- und Oberschenkelmuskulatur konsequent mit Dehnübungen trainieren. Das Ergebnis: Sie hatten deutlich seltener Krämpfe. Am besten, so die Autoren der Studie, pausiert man nach jeder Zehn-Sekunden-Dehnung immer für eine Minute.

Dehnen ist also nicht nur beim akuten Krampf gut, da macht man das meistens ganz automatisch, sondern wirkt auch prophylaktisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, trainiert die zu Krämpfen neigenden Muskelpartien tagsüber zusätzlich. Wenn möglich, dann bauen Sie doch ein paar rasche Dehnungsübungen in Ihre Alltagsroutine ein. Die folgenden Übungen 2, 3 und 4 lassen sich beispielsweise auch in einer kurzen Arbeitspause durchführen.

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Bild 1, von links nach rechts: Übung 1 zur Kräftigung der Oberschenkel, Übung 2 zur Dehnung der Oberschenkel, Übung 3 mit Wadendehnung im Ausfallschritt.
Illustrationen: GU/Ela Strickert

5 einfache Übungen gegen Wadenkrämpfe

Die drei Dehnübungen helfen beim akuten Krampf und auch vorbeugend, sofern sie vor dem Schlafengehen gemacht werden. Dehnen Sie je 3-mal für 10 Sekunden, immer mit einer Minute Pause dazwischen.

Drei schnelle Dehnübungen

  • Übung 2: Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur. Wenn Sie den Fuß nicht direkt mit der Hand greifen können, nehmen Sie einfach ein Handtuch zu Hilfe.
  • Übung 3: Dehnen der Wadenmuskulatur im Ausfallschritt gegen eine Wand gestützt
  • Übung 4: Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Dafür sitzen Sie auf der Stuhlkante mit durchgestrecktem Bein und geflextem Fuß.
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Bild 2: Übung 4 zur Dehnung der Oberschenkel hinten und Übung 5 zur Kräftigung der Oberschenkel hinten.
Illustrationen: GU/Ela Strickert

Zwei unkomplizierte Kräftigungsübungen

Mit den beiden Kräftigungsübungen können Sie langfristig die Krampfneigung in den Beinmuskeln verringern. Täglich jeweils 3-mal 10 Wiederholungen mit je einer Minute Pause dazwischen.

  • Übung 1: Zur Kräftigung der vorderen Oberschenkelmuskulatur arbeiten Sie wie hier in der Illustration gezeigt mit dem Thera-Band.
  • Mit Übung 5 kräftigen wir die hintere Oberschenkelmuskulatur. Dazu gehen wir in die Schulterbrücke, heben das Gesäß an und senken es wieder ab. Die Füße stellen wir dabei möglichst auf die Ballen.
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Bildnachweis GU/Robert Grischek

Veras Video: der Treppentrick für die Wade

Wenn möglich, dann bauen Sie doch diese Wadendehnung ein, wann immer Sie an Treppen oder Stufen vorbeikommen:

Mit diesen einfachen Übungen und einem Glas Gurkenwasser sind Sie beim nächsten Auftreten von Krämpfen hoffentlich gut vorbereitet!

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Aus der Praxis für die Praxis, das scheint Vera Cordes' Motto zu sein. In ihrem Gesundheitsmagazin "Visite" stellt sie von Expertinnen und Experten begleitet regelmäßig einfache Übungen und Tipps für mehr Wohlbefinden vor.

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Bleiben Sie dran und bleiben Sie vor allem gesund!

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