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Gesundheit
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Veröffentlicht am 28.01.2022

Knickfuß, Senkfuß, Plattfuß: Ursachen und Behandlung

Knickfuß mit Folgen: Häufig entwickeln sich daraus Senkfuß, Plattfuß, Spreizfuß und Hallux valgus. Lässt sich dieser Prozess durch Übungen stoppen?

Babyfüße sind Plattfüße ohne Fußgewölbe

Babys und Kleinkinder haben von Natur aus Senk- oder Plattfüße und häufig auch einen Knickfuß.
Bildnachweis: AdobeStock_KOTO

Platte Füßchen von Babys sind niedlich und völlig normal, und auch Knickfüße sind im Kleinkindalter nicht ungewöhnlich. Die Entwicklung des aufrechten Ganges beim Menschen hat zu einer ausgeklügelten Architektur im Fuß geführt. Sie hält hohe Belastungen aus, federt und dämpft. Zur Welt kommen wir damit jedoch noch nicht, die richtige Anatomie des Fußes muss sich erst ausbilden. Häufig bedingt durch unseren modernen Lebendwandel deformieren wir dieses evolutorische Meisterwerk jedoch im Lauf der Lebensjahre. Mehr als die Hälfte der Menschen in unseren Breitengraden entwickelt beispielsweise einen Knickfuß. Da dieser in der Regel selbst keine Beschwerden verursacht, bleibt er zunächst unbemerkt. Doch leider nicht auf Dauer ohne Folgen. Schmerzhafte Fußfehlstellungen wie Senkfuß, Plattfuß, Spreizfuß und letztlich auch ein Hallux valgus können sich aus einem scheinbar harmlosen Knickfuß entwickeln.

Der gesunde Fuß

Ein gesunder Fuß steht mit seiner Außenkante fest auf dem Boden. Auf der Innenseite hebt sich das Längsgewölbe deutlich sichtbar vom Boden ab. Form und Anordnung der Fußknochen und deren Zusammenhalt durch Bänder, Muskeln und Sehnen bilden sowohl Längs- als auch Quergewölbe.

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Der Fußabdruck zeigt deutlich, wie es um das Fußgewölbe bestellt ist. Von links nach rechts: Längsgewölbe ideal ausgebildet, in der Mitte Senkfuß oder Plattfuß, rechts der Hohlfuß.
Bildnachweis: GU/Florian Hauer

Wenn Sie wissen möchten, wie es um das Längsgewölbe Ihrer Füße bestellt ist, lässt sich dies mit ganz einfachen Mitteln sichtbar machen. Stellen Sie sich dazu entweder mit feuchten Füßen kurz auf einen hellen Steinboden oder ein Stück Papier. Der gesunde Fuß zeigt ein deutlich erkennbares Längsgewölbe im Fußabdruck. Beim Platt- oder Senkfuß berührt die gesamte Fußsohle den Boden. Beim Hohlfuß dagegen hat der Mittelfuß völlig den Bodenkontakt verloren, der Fuß ist quasi untertunnelt.

Einen Knickfuß selbst erkennen

Beim Knickfuß stehen Sprungbein und Fersenbein nicht aufrecht, sondern sind mehr oder weniger stark nach innen geknickt oder gedreht. Anders gesagt, knickt die Ferse nach innen weg, anstatt senkrecht in einer gedachten Geraden vom Boden nach oben zu verlaufen (Fersenlot). Manche Menschen weisen im Stand tatsächlich keinen Knickfuß auf, aber beim Gehen macht er sich bemerkbar.
Häufig erkennt man einen Knickfuß übrigens an den Absätzen der Schuhe: Wenn diese auf der Innenseite stärker abgelaufen sind als außen, sollten Sie Ihre Füße einmal gründlich untersuchen lassen.

Der Knickfuß und seine Folgen

Durch die vermehrte Belastung der Innenseite werden zum einen Bänder, Muskeln und Sehnen dort permanent überdehnt. Das kann zu Ansatzreizungen führen oder auch dazu, dass man beim Gehen leichter umknickt. Die Knochen, die das Längsgewölbe formen und an sich keinen Bodenkontakt haben, werden dadurch mehr belastet und im Lauf der Zeit Richtung Boden gedrückt. Das Längsgewölbe flacht ab und infolgedessen entwickelt sich ein Senk- oder Plattfuß zusätzlich zum zuerst aufgetretenen Knickfuß.

Die verstärkte Belastung der Innenseite gibt auch auf das Großzehengrundgelenk mehr Druck, woraufhin die Großzehe in Richtung der kleinen Zehe geschoben wird. Das wiederum macht die Aktivierung der das Quergewölbe bildenden Muskulatur unmöglich. In der Folge flacht auch das Quergewölbe immer weiter ab, was schließlich sogar zu einem Spreizfuß führen kann.

Übungen zur Behandlung des Knickfußes

Ein lockerer Knickfuß lässt sich durch gezieltes Muskeltraining gut behandeln. Bei einem sogenannten "kontrakten Knickfuß" ist das nicht mehr im gleichen Ausmaß möglich: Der Fuß bleibt in seiner verdrehten Stellung und kann nicht mehr geradegestellt werden. Passende Maßnahmen und Übungen helfen aber die Schmerzen reduzieren und das Gehen zu erleichtern.

Da bei einem Knickfuß die Ferse nach innen weggeknickt ist, ist die Korrektur dieser Fehlstellung die Basis für alle weiteren Übungen. In der Therapie spricht man auch davon, die Fersen ins Lot zu bringen. Hier finden Sie eine Einstiegsübung dazu, den Einbeinstand.

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Basisübung gegen Knickfüße: der Einbeinstand.
Bildnachweis: GU/Manuel Ringlstetter

Der Senk- oder Plattfuß

Ein Senkfuß entsteht häufig infolge eines Knickfußes (auch als Knick-Senk-Fuß) und zeigt sich in einer leichten oder stärkeren Abflachung des Längsgewölbes. Meistens verursacht ein leichter Senkfuß keine Beschwerden. Es gibt Menschen, deren Füße im Stand einen Senkfuß aufweisen, beim Gehen jedoch organisiert sich der Fuß und das Längsgewölbe baut sich auf.

Ist das Längsgewölbe dagegen bereits völlig abgeflacht und liegt am Boden auf, spricht man von einem Plattfuß. Dann sind auch das Kahnbein, das mittlere Keilbein und der erste Mittelfußknochen nach unten gedrückt. Der mittlere Teil des Fußes, der beim normalen Fuß etwa zwei Drittel schmaler als der Vorfuß ist, erscheint beim Senkfuß deutlich verbreitert. Beim echten Plattfuß kann der Mittelfuß genauso breit oder sogar breiter als der Vorfuß sein. Damit ist die gesamte Fußstatik schwer beeinträchtigt. Erstaunlicherweise kommen viele Menschen damit lange ohne spürbare Beschwerden zurecht. Doch irgendwann treten Schmerzen in der Fußsohle auf, und zwar dort wo sich die Ansatzsehnen der wichtigsten Muskeln befinden, die durch die Fehlstellung ständig überdehnt worden sind.

Übungen bei Senk- oder Plattfuß

Gut für das Längsgewölbe sind zum einen Dreh-Übungen, bei denen man mit dem "Fußinnenstrahl" arbeitet. Dabei handelt es sich um die Innenseite des Fußes. Der Fußinnenstrahl beginnt am Kahnbein und zieht über das erste Keilbein und den ersten Mittelfußknochen bis zum Großzehengrundgelenk.

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Fußgymnastik nach den Prinzipien der Spiraldynamik: Bildnachweis: GU/Manuel Ringkstetter

Auch Übungen zur Aufrichtung des Längsgewölbes und Verwringungen nach dem Prinzip der Spiraldynamik setzen gezielt auf das Trainieren gegen Senk- und Plattfuß.

Übung zur Aufrichtung des Längsgewölbes: Der Aufzug

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Variation der Senkfuß-Übung "Der Aufzug", mit der das Längsgewölbe des Fußes gestärkt wird.
Bildnachweis: GU/Manuel Ringlstetter

Hier geht es direkt zur Übung "Der Aufzug" gegen Senk- und Plattfuß.

Beginnende Fußfehlstellungen ernst nehmen

Wie Untersuchungen zeigen, kann eine Fußfehlstellung häufig mehrere andere bedingen. Was als harm- und schmerzloser Knickfuß der Ferse beginnt, kann zum Senkfuß mit fehlender Kraft im Mittelfuß führen. Mit stärkeren Fußschmerzen und weiteren Beschwerden ist bei der häufig anschließenden Entwicklung zum Spreizfuß zu rechnen. Da der Vorfuß beim Spreizfuß immer breiter wird, können die langen Sehnen die große Zehe schließlich zur kleinen Zehe hin ziehen. Letztendlich kann sich so aus einem scheinbar harmlosen Knickfuß über Etappen hinweg ein schmerzhafter Schiefstand der Großzehe entwickeln. Bevor es aber zu diesem Ballenzeh oder Hallux valgus kommt, sollten Sie Möglichkeiten zur Besserung der Fehlstellung nutzen.

Video: Hilfe bei Knick-, Senk- und Plattfüßen

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