Gesundheit

Magnesiummangel: Ursachen, Symptome, Diagnose & Krankheiten

Was Sie bei Magnesiummangel beachten sollten und welche Rolle das Magnesium für unser Wohlbefinden und die menschliche Gesundheit spielt.

Ein Magnesiummangel kann unterschiedliche Ursachen haben. Die Symptome sind jedoch ähnlich und äußern sich u.A. in Krämpfen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Übererregbarkeit und Herzrhythmusstörungen.

Das “Magnesiummangel-Syndrom” (Hypomagnesiämie) wurde erstmals in den 1950er-Jahren von Ed Flink in den USA beschrieben. Er konnte nachweisen, dass bei Patientinnen und Patienten mit sehr niedriger Magnesiumkonzentration im Blut typische Symptome auftraten, die regelmäßig mit einer sogenannten “neuromuskulären Übererregbarkeit” verbunden waren. Insbesondere beschrieb er die bei diesen Patientinnen und Patienten im ganzen Körper auftretenden Krämpfe.

Ursachen für Magnesiummangel

Die wichtigste Fragen, die wir uns stellen müssen ist: Was entzieht dem Körper Magnesium?

Falsche Ernährung

Die häufigste Ursache für einen Magnesiummangel ist falsche Ernährung, ausgelöst zum einen dadurch, dass magnesiumarme Lebensmittel auf unserem Speiseplan stehen, zum anderen durch die Magnesiumverarmung, also den abnehmenden Magnesiumgehalt unserer heutigen Nahrungsmittel. Auch bei vielen Diäten ist die Magnesiumzufuhr gering. Die Magnesiumspeicher unseres Körper sind dadruch immer häufiger leer.

Übersäuerung

Durch den Genuss von zu vielen eiweißreichen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Käse), eher neutralen bis leicht sauren Getreideprodukten und zu wenig Lebensmitteln, die uns mit Basen versorgen (Gemüse, Salat, Obst), kann Magnesium weniger gut aus dem Primärharn zurückresorbiert werden. Magnesium wird dann ebenso wie Calcium vermehrt ausgeschieden. Die Folge ist ein Mangel an Magnesium.

Genetische Ursachen von Magnesiummangel

Genetische Ursachen für einen Magnesiummangel werden in der Regel bereits im Kindesalter erkannt und sind glücklicherweise selten. Betroffene Kinder leiden unter massiven Krampfzuständen, die, wenn die Ursache unerkannt bleibt, dauerhafte Schäden verursachen und sogar zum Tod führen können.
Auch im Erwachsenenalter können nicht erkannte angeborene Beeinträchtigungen der Magnesiumhomöostase Erkrankungen auslösen. Die Fehler betreffen den Transport von Magnesium (mg), sowohl in der Darmschleimhaut als auch in der Niere. Magnesium aus der Nahrung wird weniger gut genutzt. Gleichzeitig geht Magnesium mit dem Urin verloren. Erhöht man die orale Zufuhr von Magnesium, so kann über die passive Aufnahme von Magnesium im Darm der Defekt zumindest teilweise kompensiert werden.

Die Einnahme von Medikamenten kann einen Magnesiummangel hervorrufen. Bildnachweis: Stocksy

Einnahme von Arzneimitteln als Grund für einen Magnesiummnagel

Ein Magnesiummangel kann auch durch eine erhöhte Ausscheidung von Magnesium über die Nieren hervorgerufen werden, die durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst wird.

Arzneimittel, die zu einem Mangel an Magnesium führen können:

  • Abführmittel: z. B. Aloe, Sennesblätter, Bisacodyl, Lactulose, Macrogol, Natriumpicosulfat
  • Antibiotika: Aminoglycosid-Antibiotika (z. B. Gentamicin, Tobramycin, Amikacin), Pentamidin, Ciprofloxacin
  • Anti-Diabetes-Medikamente: Insulin, Insulin-Mimetika
  • Anti-Pilz-Mittel: z. B. Amphotericin B
  • Anti-Viren-Mittel: z. B. Foscarnet
  • Betaadrenerge Agonisten: Fenoterol, Salbutamol, Theophyllin
  • Bisphosphonate: Pamidronat
  • Chemotherapeutika: Cisplatin, Cetuximab
  • Diuretika: Thiazid-Diuretika (Hydrochlorothiazid-HCT), Schleifendiuretika (Furosemid)
  • Herzglykoside: Digoxin
  • Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus, Rapamycin, Sirolimus
  • Östrogene: Antibabypille, Östrogen enthaltende Arzneimittel in der Hormonersatztherapie
  • Protonenpumpenhemmer: Esomeprazol, Omeprazol, Pantoprazol

Durchfallerkrankungen führen zu Magnesiummangel

Alle Erkrankungen, die zu einer Beeinträchtigung des Verdauungstraktes führen, insbesondere solche, die mit Durchfall einhergehen, können die Aufnahme von Magnesium aus dem Darm einschränken. Deshalb sollte man nach jeder durchgemachten Durchfallerkrankung darauf achten, seine Reserven an Magnesium wieder aufzufüllen.

Stress beeinträchtigt den Magnesiumhaushalt des Körpers

Stress führt zu einem Verlust von Magnesium in den Zellen, da gebundenes Magnesium freigesetzt und aus dem Inneren der Zelle nach außen und ins Blut transportiert wird. Dies führt zu einer kurzzeitigen Erhöhung der Magnesiumkonzentration im Blutplasma. Dieser Anstieg wird durch die Ausscheidung von Magnesium mit dem Urin wieder normalisiert. Nehmen die Zellen dann vorher freigesetztes Magnesium wieder auf, führt das zu einer verminderten Konzentration im Blut. Lang andauernde Stressperioden sind daher eine häufige Ursache für Magnesiummangel. Aus diesem Grund ist es wichtig, in Stressperioden den drohenden Mangel durch eine vernünftige Zufuhr von Magnesium auszugleichen.

Schwitzen senkt den Magnesimspiegel

Übermäßiges Schwitzen kann zu Magnesiummangel führen. Sportler sollten deshalb zusätzliches Magnesium einnehmen. Sie sollten aber beachten, dass einMagnesiumpräparat erst in der Regenerationsphase und nicht direkt vor einem Wettkampf eingenommen werden. Zu viel Magnesium kann die Reaktionsfähigkeit leicht verlangsamen oder zu einer Aufweichung des Stuhls führen. Der Magnesiumgehalt im Schweiß nimmt wiederum ab, wenn wir viel schwitzen.

Tipps für Sportler die mit Magnesiummangel kämpfen:
• Mit einem Sportgetränk nach Wettkampf oder Training
sollten mindestens 300 mg Magnesium zugeführt werden.
• In der Regenerationsphase sind magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse oder Trockenobst zu empfehlen. Bei hoher Belastung 300–600 mg Magnesium als Citrat (nicht direkt vor einem Wettkampf!).

Magnesium: Wunderwaffe gegen Wadenkrämpfe. Bildnachweis: AdobeStock/RFBSIP

Symptome von Magnesiummangel

Jede Zelle unseres Körpers benötigt Magnesium. Ein Mangel kann sich daher mit unterschiedlichsten Symptomen bemerkbar machen.

Wadenkrämpfe und Muskelkrämpfe

Der Wadenkrampf ist das wahrscheinlich bekannteste Magensiummangel-Symptom eines Magnesiummangels. Jedoch können überall im Körper auftretende Krämpfe einen Mangel an Magnesium im Körper als Ursache haben. Auch Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Verwirrung, Konzentrationsschwäche, Migräne und Krämpfe in den Gesichtsmuskeln, im Nacken, in den Schultern und in der gesamten Wirbelsäule kommen bei einem Magnesiummangel vor. Glücklicherweise führt die Einnahme eines Magnesiumpräparates zu einer sehr schnellen Krampflösung.

Ein kleines, aber aussagekräftiges Anzeichen für einen Magnesiummangel ist das Zucken des Augenlids. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Augenlid zuckt, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Magnesiumbedarf nicht gedeckt ist. Dann sollten Sie Ihre Magnesiumzufuhr erhöhen, um weiteren Symptomen vorzubeugen.

Arrhythmie - Herzrhythmusstörungen

Eines der häufigsten Anzeichen eines Magnesiummangels ist eine Änderung des Herzrhythmus. Es kommt zu einer schnellen Herzfrequenz, übersprungenen oder vorzeitigen Herzschlägen bis hin zu einem völlig unregelmäßigen Herzrhythmus. Der Mineralstoff ist von wichtiger Bedeutung für die Funktion unseres Herzens.

Hypokaliämie - Kaliummangel

Ein klinisch wichtiges Merkmal eines schweren Magnesiummangels ist eine verminderte Konzentration von Kalium im Blut, Hypokaliämie genannt. Kaliummangel sollte unbedingt vermieden werden, denn er kann zu einer Beeinträchtigung der Herzfunktion führen. Damit unser Kaliumhaushalt stets im Lot ist, wird eine ausreichende Magnesiumkonzentration im Körper benötigt.

Hypocalcämie - Calciummangel

Eine verminderte Calciumkonzentration im Blut (Hypocalcämie), ist ein häufiges Symptom eines mäßigen bis schweren Magnesiummangels. Hypocalcämie ist ein wesentlicher Faktor für eine erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit. Allerdings führt bereits ein abgesunkener Magnesiumgehalt im Blut – eine Hypomagnesiämie – zu einer neuromuskulären Übererregbarkeit. Diese wird durch die geringere Calciumkonzentration verstärkt.

Diagnose von Magnesiummangel

Die Ermittlung des Magnesiumwertes erfolgt üblicherweise mit einem Bluttest. Dieser kann allerdings zu Fehleinschätzungen führen. Denn: Der Magnesiumgehalt in unserem Blut repräsentiert nur etwa einen Prozent des Gesamtwertes in unserem Körper. Wenn dieser niedrig ist, dann ist das ein sicherer Hinweis auf einen Magnesiummangel. Anders herum: Wenn der Magnesiumgehalt im Blut in der Norm liegt, dann ist ein Mangel bezogen auf den ganzen Körper nicht ausgeschlossen.
Die Magnesiumkonzentration im Blut unterliegt von der Tageszeit abhängigen Schwankungen. Sie ist am Abend höher ist als am Morgen. Deshalb werden abends höhere Werte gemessen werden und morgens niedrigere Werte.

Die Bestimmung des Magnesiumgehalts in den Zellen ist dagegen aufschlussreicher, gleichzeitig jedoch aufwendiger und wird meist nur zu Forschungszwecken angewandt.

Referenzwerte und Bewertung der Symptome von Magnesiummangel

Als Referenzwerte für einen “normalen” Magnesiumgehalt im Blut werden in den meisten Lehrbüchern 0,75 bis 1,0 mmol (Millimol) pro Liter angegeben. Ein Magnesiummangel besteht dann bei unter 0,75 mmol pro Liter. Neuere Forschungsarbeiten schlagen 0,85 bis 0,95 mmol pro Liter als Richtwerte vor.

Wenn bei einer Blutprobe ein Wert von 0,85 mmol pro Liter gemessen wird, kann ein Magnesiummangel jedoch nicht sicher ausgeschlossen werden. Die Blutentnahme selbst stellt für den Körper Stress da. Dadurch kann es zu einem akuten Magnesiummangel in den Zellen kommen. Das kann wiederum die Magnesiumkonzentration im Blut erhöhen, wodurch ein tatsächlich bestehender Mangel überdeckt wird.

Neben einem Bluttest sollten im Idealfall weitere Symptome untersucht werden:

  • Bewertung der Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Krämpfe, Muskelverspannungen, Migräne und Kopfschmerzen.
  • Ermittlung von Risikofaktoren für einen Magnesiummangel: Liefert die individuelle Ernährung genug Magnesium? Welche Medikamente werden eingenommen?

Ein Magnesiumbelastungstest kann weitere Aufschlüsse geben, ist allerdings in der ärztlichen Praxis kaum verbreitet. Nach intravenöser oder oraler Gabe von Magnesium wird dessen Ausscheidung im Urin gemessen. Gesunde Menschen mit normaler Nierenfunktion scheiden innerhalb von 24 Stunden mindestens 80 Prozent der zugeführten Dosis aus.

Magnesiummangel? Eine Blutanalyse kann Aufschluss geben. Bildnachweis: AdobeStock/M.Doerr & M.Frommherz

Krankheiten durch Magnesiummangel

In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass ein Magnesiummangel das Risiko für viele Erkrankungen erhöht. Im Umkehrschluss kann die gezielte Zufuhr von Magnesium diese Krankheiten bessern, beziehungsweise dafür schützen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch zu wenig Magnesium

Eine Zusammenfassung von 16 Studien mit Daten von mehr als 313.000 Personen, die 2013 von Wissenschaftlern unter anderem der Harvard Universität veröffentlicht wurde, zeigte, dass ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer niedrigen Magnesiumzufuhr oder einer niedrigen Magnesiumkonzentration im Blutserum verbunden ist. Insbesondere das Auftreten von Herzrhythmusstörungen, einer der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod, kann mit einer zu niedrigen Magnesiumzufuhr erklärt werden. Patienten mit Herzrhythmusstörungen können also direkt von einer höheren Magnesiumzufuhr profitieren.

Die Daten aus klinischen Studien, bei denen die Magnesiumzufuhr durch Magnesiumpräparate erhöht wurde, zeigen, dass eine hohe Magnesiumzufuhr (Gesamtmagnesiumzufuhr mindestens 500 - 1.000 Milligramm pro Tag) den Blutdruck senkt. Die Einnahme von Medikamenten zur Blutdrucksenkung konnte reduziert werden. Sollten Sie also mit einer Magnesiumsupplementierung beginnen, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob Sie die Dosis Ihrer bisher eingenommenen Blutdrucksenker verringern und eventuell sogar auf das eine oder andere Präparat verzichten können.
Studien haben außerdem gezeigt, dass Sie Ihr Schlaganfallrisiko um etwa 50 Prozent senken können, wenn Sie eine ausreichende Magnesiumkonzentration in Ihrem Körper haben.

Diabetes Typ 2 durch ein Mangel an Magnesium

Magnesium schützt vor der Entwicklung von Typ­-2­-Diabetes. Umfangreiche epidemiologische Studien mit mehr als 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigten, dass sowohl das Risiko für Diabetes Typ 2 als auch das Risiko für das metabolische Syndrom mit sinkendem Magnesiumgehalt in der Nahrung steigt.
Umgekehrt ergab eine Metaanalyse, dass man sein persönliches Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, mithilfe von Magnesium senken kann. Pro 100 Milligramm zusätzlich verzehrtem Magnesium am Tag sinkt das Diabetes-Risiko laut Studie um 15 Prozent.

Krebs durch erhöhten Magnesiumbedarf?

Viele Studienergebnisse deuten darauf hin, dass ein niedriger Magnesiumwert die Tumorentstehung begünstigt, so dass die Optimierung der Magnesiumaufnahme eine wirksame und kostengünstige Präventionsmaßnahme zur Verringerung des Krebsrisikos darstellen könnte. Ob Magnesium auch eine Rolle bei der Behandlung von Krebserkrankungen zukommt, ist noch nicht erforscht.

Gelenk- und Muskelschmerzen durch Mangel an Magnesium

In den letzten Jahren sind sowohl die Mechanismen, durch die Magnesium vor Osteoporose schützt, als auch die Risikofaktoren für den Muskel, die zum Verlust von Muskelmasse führen, besser erforscht worden. Bei Osteoporose kann Magnesium die Aktivität der Knochen­ aufbauenden Zellen erhöhen sowie die Mineralisierung des Knochens fördern.
Bekommt der Körper ausreichend Magnesium zugeführt, hat dies aber nicht nur einen günstigen Einfluss auf den Knochen, sondern auch auf die Muskelkontraktion und ­Muskelentspannung. Der gesamte Bewegungsapparat profitiert. Neue Untersuchungen haben einen positiven Zusammenhang zwischen einer höheren Magnesiumzufuhr und Skelettmuskelmasse sowie Knochendichte bei Männern und Frauen im mittleren und höheren Alter feststellen können.
Von Patienten mit massivem Magnesiummangel ist bekannt, dass das Risiko für Arthrose deutlich erhöht ist. In den letzten Jahren fand man heraus, dass auch in der Durchschnittsbevölkerung eine Verbindung zwischen Arthrose und Magnesium besteht.

Kopfschmerzen, Migräne und Depression

Magnesiummangel wird mit verschiedenen neurologischen Problemen in Verbindung gebracht. Ein geringer Magnesiumgehalt in Serum, Speichel oder Zellen konnte bei Kopfschmerzpatienten in vielen Untersuchungen nachgewiesen werden. Bei Patienten mit Spannungskopfschmerzen wurde eine stark verminderte Serum­- und Speichelmagnesiumkonzentration in schmerzfreien Phasen festgestellt. Während einer Schmerzattacke sanken die Magnesiumkonzentrationen noch weiter ab. Die akut unzureichende Versorgung mit Magnesium führt zu einer erhöhten neuromuskulären Erregbarkeit. Und bei eigentlich eher harmlosen Muskelverspannungen werden Mechanismen ausgelöst, die letztendlich zum Spannungskopfschmerz führen. Eine verminderte Magnesiumkonzentration kann sich direkt im zentralen Nervensystem bemerkbar machen, da gerade diejenigen Mechanismen, die für eine Schmerzauslösung mitverantwortlich sind, durch Magnesium gehemmt werden.
Migränepatienten weisen häufig sowohl ein extra-­ als auch intrazelluläres Magnesiumdefizit auf und reagieren positiv auf die Gabe von Magnesium. Auch das Auftreten von Depressionen oder kognitiven Einschränkungen ist möglicherweise mit einer geringen Magnesiumzufuhr verbunden. Magnesium stabilisiert die Zellmembranen und damit auch die Erregbarkeit von Nervenzellen.

Demenz und Alzheimer vorbeugen durch ausreichend Magnesium

Entwickeln wir im Alter Demenzerscheinungen oder bleiben wir davon verschont? Interessant ist dazu eine Studie aus Taiwan. In Taiwan werden insbesondere in der älteren Bevölkerung Magnesiumverbindungen häufig und regelmäßig als Mittel bei leichten Verstopfungsproblemen eingenommen. Vergleicht man nun die Häufigkeit von Demenz bei Magnesiumverwendern mit derjenigen von Nicht-Magnesiumverwendern, zeigt sich: Bei denjenigen Personen, die regelmäßig Magnesium einnehmen, kommt es erst deutlich später zu Demenzerscheinungen.
Eine neuere Entdeckung betrifft Magnesium und die Alzheimer-Krankheit, die inzwischen bei uns die häufigste Ursache von Demenz ist. Es ist bemerkenswert, dass allgemein bei Demenz-Patienten signifikant verminderte Serum-, Liquor- und Hirngewebe-Magnesiumkonzentrationen gefunden wurden. Darüber hinaus gibt es anscheinend auch einen Zusammenhang niedriger Serumkonzentrationen und dem Grad der kognitiven Beeinträchtigung bei Alzheimer-Patienten. Je geringer die Magnesiumkonzentration, desto schwerer die Demenzsymptome. Allerdings ist nicht klar, ob der Magnesiummangel im Körper ursächlich mit der Krankheitsentwicklung zusammenhängt oder ob er eine Folge der pathologischen Prozesse der Demenz ist.

Warum wir Magnesium also unbedingt für unsere Gesundheit benötigen, können Sie hier weiterlesen.

Veröffentlicht am 01.12.2021

Veröffentlichungsdatum

Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Vormann studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim mit Promotion im Fachbereich „Pharmakologie und Toxikologie der Ernährung“. Am Institut für Molekularbiologie und Biochemie am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin wurde er zum Professor ernannt. Heute leitet er das von ihm gegründete Institut für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning bei München. Die Schwerpunkte seiner Forschung: Biochemie und Pathophysiologie von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sowie der Säure-Basen-Haushalt.

Quellenverzeichnis

  1. Cover von "Supermineral Magnesium"

    Supermineral Magnesium, Prof. Dr. Jürgen Vormann

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    ISBN-10: 3833872721
    ISBN-13: 978-3-8338-7272-3
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