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Veröffentlicht am 16.02.2022

Mammografie: Deshalb sollten Sie hingehen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur rund 50 Prozent der Frauen der Einladung zur Mammografie folgen. Warum Sie unbedingt zur Mammografie gehen sollten und wie die Untersuchung abläuft, lesen Sie hier.

Frau bei der Mammografie, der eine Ärztin die Hand auf die Schulter legt

Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung, mit der man Brustkrebs frühzeitig erkennen kann. Bildnachweis: AdobeStock/LStockStudio

In Deutschland werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre schriftlich zur Mammografie eingeladen. Ziel der Mammografie ist es, Brustkrebs frühzeitig zu entdecken, um die Heilungschancen zu verbessern und die Todesfälle zu senken. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass nur rund 50 Prozent dieser Einladung folgen.

Mammografie rettet Leben

Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die sich sehr gut für die Früherkennung von Brustkrebs eignet. Es kann der Krebs entdeckt werden, wenn noch keine klinischen Zeichen der Erkrankung spürbar sind, wie zum Beispiel ein fühlbarer Knoten oder Blut, das aus der Brustwarze austritt.

Von 1.000 Frauen, die regelmäßig zum Screening gehen, werden drei bis sechs Frauen vor dem Brustkrebstod bewahrt. Eine aktuelle Auswertung (Deutsches Ärzteblatt) zeigt, dass sich seit Einführung des Mammografie-Screening-Programms die brustkrebsspezifische Sterblichkeit um bis zu knapp 30 Prozent reduziert hat.

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Das rosarote Schleifchen "Pink Ribbon" symbolisiert den Kampf gegen Brustkrebs. Bildnachweis: AdobeStock/Prostock Studio

Und nicht nur das. Man konnte auch sehen, dass die Anzahl der fortgeschrittenen Tumore drastisch abgenommen hatte und damit auch weniger aggressive Therapien, wie eine Chemotherapie oder eine Brustamputation nötig waren. Das bedeutet: Wenn Frauen am Mammografie-Screening teilnehmen, haben sie viel größere Chancen, dass eine brusterhaltende Operation erfolgen kann.

Mit knapp 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs mit großem Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren ist Brustkrebs besonders häufig, jede zehnte Frau wird mit dieser Diagnose konfrontiert.

Mammografie: So läuft sie ab

Bei der Mammografie wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten, die bis zu den Rippen reichen, kurz zusammengedrückt. So kann die gesamte Brust dargestellt werden und die Strahlendosis bleibt möglichst gering.

Viele Frauen empfinden diese Vorgehensweise bei der Mammografie als unangenehm bis schmerzhaft. Um aber mit einem Mythos aufzuräumen: Dieser Druck löst keinen Brustkrebs aus und ist medizinisch bedenkenlos. Auch geht dabei das Brustgewebe nicht kaputt.

Ergibt sich eine Auffälligkeit auf den Röntgenbildern, folgt eine weitere Abklärungsdiagnostik mit Mammografie-Zusatzaufnahme, Ultraschall-oder Kernspinuntersuchung der Brust. Reicht das immer noch nicht für einen finalen Befund, wird eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe am auffälligen Bereich empfohlen. Bei etwa 50 Prozent aller Frauen, bei denen diese erfolgt, lautet die Diagnose Brustkrebs.

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Ein Bild mit großer Wirkung: Die Mammografie-Aufnahme kann Leben retten. Bildnachweis: AdobeStock/Valerii

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass bei der Mammografie eine Auffälligkeit festgestellt wird, die sich im Nachhinein als gutartig erweist. Dies bedeutet für die betroffenen Frauen oft helle Aufregung und schlaflose Nächte, bis das Ergebnis dann endgültig vorliegt. In Zahlen bedeutet das: Von 1.000 Frauen, die eine Mammografie durchführen lassen, erhalten 970 Frauen ein unauffälliges und 30 Frauen ein auffälliges Ergebnis. Von diesen 30 Frauen wird bei etwa einem Drittel eine Biopsie durchgeführt, sechs davon erhalten die Diagnose Brustkrebs.

Kann eine Mammografie Krebs verursachen?

Die bei der Mammografie verwendeten Röntgenstrahlen können das Erbgut verändern und dadurch Krebs verursachen. Allerdings ist dies eine Frage der Dosis – und die im Screening verwendeten Strahlendosen sind sehr gering und entsprechen etwa einem Zehntel der natürlichen kosmischen Strahlung, der wir durchschnittlich im Jahr ausgesetzt sind.

In der Abwägung zwischen Nutzen und Schaden der Mammografie ist sich die große Mehrzahl der Medizinexperten einig: Der Nutzen ist um ein Vielfaches höher als der mögliche Schaden, weshalb die Mammografie auch von den Krankenkassen bezahlt wird.

Dies ist ein Beitrag aus unserer exklusiven Reihe Gesundheitsquickies der GU-Expertinnen Prof. Dr. med. Marion Kiechle und Julie Gorkow.

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Die Spiegel-Bestseller-Autorinnen Julie Gorkow (links) und Prof. Dr. Marion Kiechle. Bildnachweis: Kay Blaschke
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