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Veröffentlicht am 19.10.2021

Habe ich Osteoporose?

Sie fragen sich, ob Sie Osteoporose haben oder gefährdet sind? Dann sind Sie in bester Gesellschaft, schließlich leidet jeder zehnte Deutsche an Knochenschwund. Die gute Nachricht: Osteoporose lässt sich gut diagnostizieren und behandeln.

Astronaut repariert ISS im Weltraum

Wussten Sie, dass Astronauten nach ihrem Ausflug ins Weltall oftmals an Osteoporose leiden? Bildnachweis: AdobeStock/Artsiom-P

Sie fragen sich, ob Sie Osteoporose haben oder gefährdet sind? Dann sind Sie in bester Gesellschaft, denn jeder zehnte Deutsche leidet an Knochenschwund. Die gute Nachricht: Osteoporose lässt sich gut diagnostizieren und behandeln. Und auch präventiv kann man einiges tun. Zum Beispiel mit einer Trainingsform aus der Raumfahrt...

Habe ich Osteoporose? Auf diese Anzeichen und Risiken sollten Sie achten

Ich bin kleiner geworden.

Messen Sie sich und vergleichen Sie Ihre Körpergröße mit älteren Angaben (z.B. aus einem alten Personalausweis). Wenn Sie um mehr als vier Zentimeter geschrumpft sind, besteht die Möglichkeit, dass Sie Osteoporose haben. Warum? Unser Skelett besteht zu etwa 20 Prozent aus spongiösen (lat. spongia = Schwamm) Knochen, die besonders leicht, aber auch weniger stabil sind. Werden sie brüchig, wirkt sich das auf den gesamten Knochenbau aus. Spongiöse Knochen befinden sich hauptsächlich in den Wirbelkörpern und führen zu den häufigsten Brüchen bei Osteoporose. Oft brechen erstmal nur ein paar Knochenbälkchen, wodurch der Wirbelkörper an Höhe verliert. Diese Frakturen bleiben oft schmerzfrei und unbemerkt, stauchen und krümmen die Wirbelsäule aber erheblich. Außerdem können sie zu einem sogenannten “Witwenbuckel” führen. 

Ich bin in den Wechseljahren.

Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse ab. Bei Frauen ab 50 beschleunigt sich dieser Prozess. “Fast Losers” nennt man diesen Effekt, an dem wie (fast immer) die Hormone schuld sind. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was sich wiederum negativ auf die Knochen auswirkt. Das Osteoporose-Risiko erhöht sich. Insbesondere für diejenigen, die bereits vor dem 45. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen. 

Habe ich Osteoporose? Diese Frage sollten sich nicht nur Frauen stellen.

Osteoporose ist keine Frauenkrankheit. Auch Männer können daran erkranken, wenn auch im Durchschnitt rund zehn Jahre später als Frauen. Warum? Zum einen verfügen Männer in der Regel über mehr Muskeln als Frauen. Das wirkt sich wiederum auf die Dichte der Knochen aus und zögert deren Destabilisierung hinaus. Zum anderen sinken bei Frauen die Geschlechtshormone ab einem Alter von 50 Jahren sehr viel stärker als bei Männern. Männer mit Osteoporose sollten ihren Androgenspiegel (Androgene sind die männlichen Hormone) kontrollieren lassen. 

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Jede dritte Frau über 50 erleidet einen durch Osteoporose hervorgerufenen Knochenbruch. Bildnachweis: AdobeStock/bilderzwerg

Meine Oma erlitt einen Schenkelhalsbruch.

Wichtig zu wissen: Osteoporose wurde früher nicht als Krankheit diagnostiziert. Ein Buckel oder das Schrumpfen im Alter galten als normal. Schauen Sie sich einmal in Ihrer Familie um (auch die väterliche Seite!). Haben oder hatten Ihre Mutter oder Großmutter einen runden Rücken oder einen Schenkelhalsbruch? Wenn ja, kann es sein, dass eine Osteoporose vorlag und Sie ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, an Osteoporose zu erkranken. Die Volkskrankheit kommt in Familien gehäuft vor. Ein individueller Gen-Check kann in diesem Fall weitere Aufschlüsse über Ihr Risiko geben.

Ich habe ein paar Kilos zu viel auf der Waage.

Die gute Nachricht zuerst: Übergewicht erhöht das Osteoporose-Risiko nicht. Ein paar Pfunde mehr schützen die Knochen sogar durch vermehrte Östrogene im Fettgewebe. Untergewicht hingegen kann Osteoporose begünstigen. Haben Sie einen BMI unter 20? Dann sollten Sie zur Knochendichtemessung. 
Wichtig: Eine schlechte und kalziumarme Ernährung wirkt sich ungünstig auf den Knochenbau aus. 

Bei mir wurde ein Vitamin-D-Mangel festgestellt.

Vitamin D ist entscheidend bei der Prävention von Osteoporose. Denn: Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm zur Weiterleitung an die Knochen. Außerdem begünstigt Vitamin D die Vermehrung der Muskelmasse und optimiert das Koordinationsvermögen, was wiederum Stürze verhindert. 

Vitamin D wird durch die Sonne unter der Haut gebildet. Ein regelmäßiger Check des Vitamin-D-Spiegels ist deshalb insbesondere für ältere Menschen ratsam.

Ich bin ein Bewegungsmuffel.

Wussten Sie, dass Astronauten nach ihrem Trip ins Weltall an Osteoporose leiden? Wenig Bewegung, die Schwerelosigkeit, die den Knochenapparat entlastet – so schwindet die Knochendichte. Wenn Knochen und Muskeln nicht beansprucht werden, bilden sie sich zurück. Anders herum: Wenn Muskeln viel bewegt werden, wird der Knochen aufgebaut. Ein Bürostuhl ist zwar keine Raumstation, aber der Effekt auf die Knochen ist identisch. Deshalb der Appell an alle Bewegungsmuffel: aufstehen, um Osteoporose vorzubeugen.

In nehme regelmäßig Medikamente ein.

Insbesondere Medikamente mit Cortison können Knochenschwund fördern. Auch gerinnungshemmende Präparate wie Heparin oder Marcumar können das Osteoporose-Risiko steigern. Östrogensenkende Aromatasehemmer kommen im Kampf gegen Brustkrebs zum Einsatz. Sie entziehen den Knochen allerdings Kalk und machen sie brüchig. Für alle, die diese Medikamente regelmäßig einnehmen ist eine Kontrolle der Knochendichte ratsam. 

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An osteoporotisch bedingten Schenkelhalsbrüchen sterben inzwischen mehr Frauen als an Brustkrebs. Bildnachweis: AdobeStock/RFBSIP

Habe ich Osteoporose? So wird die Diagnose gestellt

Mit der Messung der Knochendichte kann eine Osteoporose in einem frühen Stadium erkannt werden. Bei der DXA-Messung wird der Mineralgehalt der Knochen (BMD = Bone Mineral Density) mittels Energiestrahlung ermittelt. Die Strahlenbelastung ist gering. BMD-Werte unter -2,5 weisen auf Osteoporose hin. Von Osteopenie, der Vorstufe der Osteoporose, spricht man bei BMD-Werten zwischen -1,5 und -2,5. 

Die Messung des Vitamin-D-Spiegels kann bei der Diagnose zusätzlich sinnvoll sein. Des Weiteren kann die Ermittlung von Markern des Knochenstoffwechsels wie das Hormon Parathormon angezeigt sein. Dieses ist wiederum für die Aufrechterhaltung des Kalziumhaushalts wichtig. 

Das können Sie tun, um Ihre Knochen zu schützen

Es ist eigentlich ganz einfach: Ihre Knochen schützen Sie am besten mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung

Bewegung gegen Osteoporose

Kraftsport und ein gezieltes Rückentraining sind ideal im Kampf gegen Osteoporose. Muskeln helfen nämlich beim Knochenaufbau. Insbesondere die Muskeln parallel zur Wirbelsäule sind im Zusammenhang mit Osteoporose wichtig. Eine effiziente und schnelle Trainingsform kommt aus der Raumfahrt (siehe Punkt “Ich bin ein Bewegungsmuffel” oben) und wird Vibrationstraining genannt. Der Übende stellt sich auf ein Platte, die hochfrequente Schwingungen in den Körper schickt. Das aktiviert tief sitzende Muskeln und steigert die Knochendichte. 

Kalzium und Vitamin D für stabile Knochen

Kalzium ist der Hauptbestandteil unserer Knochen. Wer an Osteoporose leidet, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit diesem Mineralstoff achten (idealerweise zwischen 1.200 und 1.500 mg täglich). Eine gute Quelle ist unter anderem kalziumreiches Mineralwasser (mindestens 350 mg pro Liter).

Durch Vitamin D lässt sich der Kalziumspiegel erhöhen. Vitamin D steigert nämlich die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und drosselt die Ausscheidung über die Niere. Lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel über einen Bluttest untersuchen. 

Niedrig dosierte Östrogenzufuhr

Eine sehr niedrige Zufuhr des Hormons Östrogen kann nach den Wechseljahren einer Osteoporose entgegenwirken. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Medikamente gegen Osteoporose

Bei der Behandlung einer diagnostizierten Osteoporose kommen folgende Medikamente zum Einsatz: 

  • Bisphosphonate: Knochenabbau und Risiko für Stürze sollen reduziert werden
  • Raloxifen: “Designerhormon”, wirkt für den Knochen wie Östrogen, soll Knochendichte erhöhen, senkt Brustkrebsrisiko
  • Denosumab: hemmt Rezeptoren für Entzündungen, wird unter die Haut gespritzt
  • Teriparatid: stimuliert Knochenaufbau, muss täglich gespritzt werden

Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. 

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