Gesundheit

Was ist eine Schulterarthrose?

Schulterschmerzen: Omarthrose erkennen und behandeln

Der Begriff Schulterarthrose oder Omarthrose bezeichnet eine degenerative Knorpelveränderung im Bereich des Schultergelenks, die die Patientin oder den Patienten in der Beweglichkeit erheblich einschränken kann. Erfahren Sie hier, wie die Diagnose Arthrose in der Schulter gestellt wird, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und was Sie selbst tun können um wieder schmerzfrei leben zu können.

Ursachen für Schmerzen in der Schulter

Schulterschmerzen können neben Schulterarthrose verschiedene Ursachen haben und sollten in jedem Fall von einem Orthopäden abgeklärt werden.

Nicht immer ist eine Arthrose die (alleinige) Ursache für Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen in der Schulter. Der Grund für Schmerzen im Bereich der Schulter können weitere typische Erkrankungen sein, die separat oder kombiniert mit einer Arthrose auftreten können:

  • Impingement Syndrom (Schulterengpasssyndrom): Quetschung der Supraspinatussehne
  • Frozen Shoulder (Schultersteife): Entzündung der Gelenkkapsel
  • Kalkschulter: Ablagerung von Kalziumsalzen an den Sehnen
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnose von Schulterarthrose. Bildnachweis: iStock/Drazen Zigic

Wie stellt der Arzt die Diagnose Schulterarthrose?

Zu den typischen Symptomen, die auf eine Arthrose in der Schulter hindeuten, gehören Schmerzen, vor allem bei Belastung, Entzündungsschübe und Gelenksteifheit.
Um eine Omarthrose sicher zu diagnostizieren oder auch auszuschließen, sind bildgebende Verfahren erforderlich, die für einen genauen Befund manchmal auch miteinander kombiniert werden. Dazu gehören:

  • Röntgendiagnostik
  • Ultraschalldiagnostik
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

Abhängig von der genauen Lokalisation gibt es unterschiedliche Arten von Schulterarthrose. Bei einer ACG Arthrose beispielsweise ist das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) betroffen, also das Gelenk zwischen Schulterdach und Schlüsselbein.

Der Aufbau des Schultergelenks. Bildnachweis: GU/Joseph&Sebastian

Wie ist das Schultergelenk aufgebaut?

Das Kugelgelenk der Schulter ist mit einem Aktionsradius von 360 Grad unser beweglichstes, dadurch leider auch anfälligstes Gelenk. Es setzt sich aus dem Oberarmkopf und dem Schulterblatt zusammen. An den Kontaktflächen sind die Knochen mit einer elastischen Knorpelschicht überzogen, die als "Stoßdämpfer" dient und dadurch die Knochen schützt.

Das Gelenk wird von einer Gelenkkapsel umgeben, die mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) gefüllt ist. Diese verhindert einerseits, dass die Knorpel aneinander reiben. Andererseits versorgt sie die Knorpelschicht, die keine eigenen Blutgefäße enthält, mit Nährstoffen. Der Abtransport von Abfallstoffen und die Zufuhr von Nährstoffen wird durch die regelmäßige Be- und Entlastung des Gelenks ermöglicht.

Was passiert im Gelenk bei Arthrose?

Ein arthrotisch verändertes Gelenk weist grundsätzlich ein geschädigtes Knorpelgewebe auf.  Man spricht von einer "degenerativen Veränderung", das heißt einer Geweberückbildung. Durch die entstehenden Abbauprodukte verändert sich das Milieu der Gelenkflüssigkeit, was den Prozess weiter beschleunigt. Denselben Effekt haben Entzündungsprodukte, die entweder im Gelenk selber entstehen oder über die Blutbahn dorthin gelangen. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Gelenkknorpel so weit abgebaut, dass die Knochen sich gegenseitig berühren.

Von einer aktivierten Arthrose spricht man, wenn zusätzlich zu den degenerativen Veränderungen auch eine Entzündung im Gelenk vorhanden ist. Aktivierte Arthrosen sind besonders schmerzhaft: Während eines Entzündungsschubes schwillt das Gelenk typischerweise an, ist erwärmt und gerötet.

Das Röntgenblld zeigt den Schmerzpunkt. Bildnachweis: iStock/ChooChin

Auslöser für Schulterarthrose

Die Arthrose ist eine multifaktorielle Krankheit, für die es verschiedene Risikofaktoren gibt:

  • Überlastung durch Freizeit oder Beruf
  • hohes Lebensalter
  • Entzündungsgeschehen im Körper
  • Verletzung
  • genetische Komponente
  • Stress

Einseitige Bewegungen und Belastungen des Schultergelenks im Beruf oder beim Sport können auf Dauer zu Schulterarthrose führen. Dies kann die Bildschirmarbeit sein, da ein gerundeter Rücken zwangsläufig zu verkürzten Brustmuskeln führt, die wiederum die Schulter in eine ungünstige Position bringen. Stundenlange “Über-Kopf-Arbeit” bei Malern oder Monteuren, aber auch einseitige Beanspruchung der Muskeln beim Tennis gelten ebenfalls als Ursachen für Schulterarthrose.

Niederschwellige Entzündungen rücken zunehmend in den Fokus der Arthroseforschung, da sie die Entstehung der Krankheit erheblich fördern können. Auch chronische, oft unbemerkte Entzündungsprozesse, beispielsweise durch eine ungesunde Ernährung, Zigarettenkonsum, Übergewicht oder eine gestörte Darmflora, können die Gelenke mit beeinträchtigen.

Erblich bedingte Fehlstellungen sowie Verletzungen, zum Beispiel eine Ausrenkung (Luxation), können ebenfalls die Entwicklung einer Arthrose fördern: Bei den fein aufeinander abgestimmten Gelenkstrukturen können bereits minimale Abweichungen von der Norm langfristig Probleme verursachen.

Stress wirkt sich unmittelbar auf Schulter- und Nackenmuskeln aus und führt auf Dauer zu Verspannungen, die die natürliche Position des Schultergelenks verändern.

Zur Gelenksteifheit kommt es, wenn der Körper zusätzliches Knochengewebe bildet, um das geschädigte Gelenk zu stabilisieren. Die knöchernen Zubildungen schränken die Beweglichkeit der Schulter ein. Die ausbleibende Bewegung wiederum führt zu einer beeinträchtigten Versorgung des verbleibenden Knorpelgewebes mit Nährstoffen.

Elektrotherapie ist eine Behandlungsmethode bei Schulterarthrose. Bildnachweis: AdobeStock/katrinaelena

Therapie bei Schulterarthrose

Eine Arthrose ist nicht heilbar; durch eine geeignete Therapie kann der Krankheitsverlauf jedoch erheblich verzögert werden.

Je nach individueller Symptomatik und Schweregrad der Arthrose sind verschiedene Behandlungsmethoden sinnvoll:

  • Schmerzmedikamente
  • entzündungshemmende Medikamente
  • Gelenkinjektionen
  • Gelenkspülung via Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
  • Wärmetherapie
  • Kältetherapie
  • Elektrotherapie

Eine alleinige Therapie der Schulterarthrose mit Schmerzmedikamenten oder Entzündungshemmern ist auf Dauer nicht sinnvoll, da es häufig zu Nebenwirkungen kommt und keine Behandlung der Grundursache erfolgt.

Mit konsequenter Physiotherapie kann ein Fortschreiten der Schulterarthrose (Omarthrose) aufgehalten werden. Bildnachweis: AdobeStock/pololia

Alltag mit Schulterarthrose

Physiotherapeutische Übungen und Krafttraining sind essentiell, um das Fortschreiten der Omarthrose einzudämmen. Die Beweglichkeit der Schulter wird dadurch verbessert, die Durchblutung des Gelenks gefördert und die Schmerzen werden gelindert. Physiotherapeuten zeigen ihren Patienten verschiedene an das jeweilige Beschwerdebild angepasste Übungen, die auch zu Hause durchgeführt werden können und sollten. Die folgende Übung können Sie jederzeit in den (Büro-)Alltag einbauen:

Schultergelenk-Rad

 • Sie stehen im lockeren Stand, die Füße stehen etwa schulterbreit auseinander.
• Sie heben einen gestreckten Arm bis auf Schulterhöhe vor dem Körper an, die Handfläche ist nach innen gerichtet. Die Fingerspitzen zeigen nach vorne.
• Anschließend führen Sie mit der Schulter eine kreisförmige Radbewegung aus, indem Sie zunächst die Schulter nach vorne führen …
• … und dann nach oben und nach hinten unten führen.
• Anschließend kehren Sie in die Ausgangsposition zurück. Der Arm bleibt dabei in der beschriebenen vorderen Position.
• Fahren Sie mit kreisenden, harmonischen Bewegungen fort und nutzen Sie den ganzen möglichen Bewegungsumfang des Schultergelenks.
• Beschreiben Sie auf jeder Seite zehn Schultergelenk-Kreise.

Varianten: Üben Sie mit ausgestreckten Armen beidseits und alternierend, mit Veränderung der Handfläche (oben, unten, innen). Dabei halten Sie die Arme stets auf Schulterhöhe waagerecht vor dem Körper.

Die Übung finden Sie auch in unserem GU-Ratgeber "Arthrose heilen mit dem Shaolin-Prinzip" (siehe unten). Bildnachweis: GU/Johannes Rodach

Ein gesunder Lebensstil ist ein weiterer Eckpfeiler der Arthrose-Therapie. Dazu gehören:

Veröffentlicht am 10.07.2021

Publication date

Mit Vitalissimo.de startet der renommierte Ratgeberverlag Gräfe und Unzer das Online-Portal für alle, die den Chancen und Herausforderungen der Lebensmitte aktiv begegnen wollen und ohne Umwege zu den passenden Antworten und Angeboten begleitet werden möchten.

Quellenverzeichnis

  1. GU Bestseller "Arthrose behandeln durch Übungen mit dem Shaolin-Prinzip"

    „Arthrose heilen mit dem Shaolin-Prinzip“ von Dr. med. Siebert Tempelhof und Dai-Sifu Bahri Erdogan
    Buch (Softcover)144 Seiten
    ISBN-10: 3833870877
    ISBN-13: 978-3-8338-7087-3
    Preis: 14,99 Euro (inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten)

Mehr zum Thema
Wenn die Gelenke schmerzen
Ursachen verstehen, Behandlungsmöglichkeiten erkennen
vitalissimo Newsletter