Gesundheit

Arthrose: Ursachen verstehen und behandeln

Ursache für Gelenkschmerzen: Arthrose erkennen und behandeln

“Gelenkverschleiß ist leider nicht heilbar” ist ein Kommentar, der die Diagnose Arthrose heute immer noch häufig begleitet. Da eine der Ursachen für diesen Verschleiß der Gelenke nachweislich in niederschwelligen Entzündungen im Körper liegt, gibt es neue Hoffnung für Betroffene. Gegen solche Entzündungsherde kann man angehen! Wie Sie Symptome und Ursachen für Arthrose erkennen und durch eine Veränderung Ihres Lebensstils aktiv zu Schmerzlinderung und neuer Beweglichkeit beitragen können lesen Sie hier.

Was ist Arthrose?

Die häufigste Erkrankung der Gelenke ist Arthrose, die statistisch gesehen vor allem Knie und Hüfte betrifft. Dabei wird die 1 bis 5mm dicke Knorpelschicht zwischen den Knochen unserer Gelenke beschädigt. Viele Betroffene klagen über schmerzhafte Bewegungseinschränkungen durch fortschreitenden Knorpelverschleiß. Dieser führt letztlich zu einem Aneinanderreiben der Knochen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass einer Arthrose mehr als nur ein mechanischer Verschleißprozess zugrunde liegt. Niederschwellige, chronische Entzündungen im Körper sind eine der weiteren Ursachen für Arthrose - und an dieser Ursache können Behandlungen gezielt ansetzen.

So entsteht ein Knorpelschaden bei Arthrose.
Bildnachweis: GU/Joseph&Sebastian

Ursachen oder Risikofaktoren für Arthrose

  • der natürliche Knorpelverschleiß im höheren Lebensalter
  • Übergewicht mit dauerhaft zu hoher Belastung der Gelenke
  • falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • vorangegangene (Gelenk-)Verletzungen und dadurch entstehende Schonhaltung
  • dauerhaft einseitige Belastung durch Beruf, Leistungs- oder Kraftsport
  • das Geschlecht: es scheint einen Zusammenhang zwischen bestimmten Formen der Arthrose und den Wechseljahren zu geben
  • erbliche Veranlagung oder Fehlstellung

Welche Gelenke sind häufig von Arthrose betroffen?

Der Abbauprozess im Knorpel kann alle Gelenke des Bewegungsapparates betreffen, doch von den Fallzahlen her zeigen sich Arthrosebeschwerden am häufigsten in folgenden Gelenken:

Der schematische Überblick zeigt welche Gelenke im menschlichen Körper von Arthrose betroffen sein können.
Bildnachweis: shutterstock_RCW.studio

Sind gleich mehrere Gelenke arthrotisch, spricht die Medizin von Polyarthrose.
Durch starke Überlastung kann es schließlich zur aktivierten Arthrose kommen. Darunter versteht man ein schmerzhaftes Entzündungsgeschehen, bei dem sich vermehrt Flüssigkeit im Gelenk einlagert, bis dieses schließlich anschwillt und sehr warm wird.

Wie erkennt man Arthrose?

Die Entstehung einer Arthrose ist ein schleichender Prozess. Bevor sich Gelenkschmerzen bemerkbar machen und der Knorpelschaden als Gesundheitsproblem erkannt wird, hat sich im Körper meist schon eine sogenannte „milde chronische Entzündung niedrigen Grades“ entwickelt. Bei immer wieder auftretenden und sich steigernden Bewegungsschmerzen wird es daher Zeit für einen Arzttermin, denn erst eine genaue Diagnose ermöglicht auch die richtige Behandlung.

Anzeichen für Gelenkverschleiß

  • starke Schmerzen im entsprechenden Gelenk
  • Anlaufschmerzen in Füßen oder Beinen nach dem morgendlichen Aufstehen
  • Schmerzen nach längerem Sitzen
  • Geräusche bei jeder Bewegung, beispielsweise Reibegeräusche
  • Schmerzsteigerung nach längerer Belastung
  • Nachlassen des Schmerzes bei Ruhe, Entlastung und Wärmebehandlung

Arthrose oder Arthritis - was ist der Unterschied?

Arthrose

ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke.

Es kommt zu Verschleiß durch Überbelastung des Bewegungsapparats.
Niederschwellige Entzündungen sind eine Folgeerscheinung.

Arthritis

ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke.

Rheumatoide Arthritis ist eine Erkrankung des Immunsystems.
Die Abwehr wird fehlgesteuert und wendet sich gegen den eigenen Körper.

Alles Wissenswerte über Rheumatoide Arthritis, Symptome, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.

Arthrose und Arthritis im Kniegelenk - so lassen sie sich unterscheiden.
Bildnachweis: GU/Joseph&Sebastian

Wie behandelt man Arthrose?

Eine Operation sollte immer nur der letzte Schritt in einem umfangreichen Katalog von Maßnahmen sein. Zunächst wird ihr behandelnder Arzt versuchen. Ihnen alternative Wege aufzuzeigen, wie man das betroffene Gelenk wieder beweglich und schmerzfrei macht.

Eine wichtige Rolle spielt dabei häufig der Knorpel. Der Gelenkknorpel selbst enthält keine Blutgefäße. Damit ist er nicht an den Blutkreislauf angeschlossen. Daher kann er nur gesund und widerstandsfähig sein, wenn er mit allen notwendigen Nährstoffen über die Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Neben einer gesunden Ernährung, eventuell zusätzlicher Zufuhr von Knorpelbausteinen durch Nahrungsergänzung brauchen Gelenke auch ausreichend Bewegung, um den Knorpel zu „schmieren“.

Gelenkverschleiß ist derzeit noch nicht heilbar. Dennoch können Sie aus eigener Kraft viel dazu tun, die damit verbundenen Gelenkschmerzen zu lindern, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und entzündlichen Prozessen im Gelenk entgegenzuwirken.

Wer rastet, der rostet. - Dies gilt besonders für alle Patient:innen mit Gelenkkrankheiten. Durch moderate sportliche Aktivitäten werden Gelenke gezielt beweglich gehalten und geschädigte Knorpel mit Nährstoffen versorgt.
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So helfen Sie sich selbst bei Arthrose

Zunächst werden Sie Medikamente für die akute Schmerzphase erhalten, auch Physiotherapie und Osteopathie um beweglich zu bleiben. Anschließend ist es vor allem die Veränderung des Lebensstils, mit der Sie selbst aktiv zu einer Verbesserung Ihrer Beschwerden beitragen können:

  • moderate, sportliche Aktivitäten um die Gelenke beweglich zu halten und den Knorpel zu "schmieren"
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht – jedes Kilo weniger auf der Waage entspricht etwa 3 Kilo weniger Belastung von Knie- oder Hüftgelenk
  • eine Ernährungsumstellung auf entzündungshemmende Lebensmittel
  • Einschränkung oder Verzicht auf Nikotin und Alkohol

Was gehört bei Arthrose (nicht) auf den Speisezettel?

Weil „der Mensch ist, was er isst“, sollten Arthrose-Patienten auf eine gesunde, entzündungshemmende und möglichst biologische Ernährung achten. Deshalb sollte ihr Speiseplan reich an hochwertigen Pflanzenölen mit Omega-3-Fettsäuren sowie regionalen Gemüsearten und zuckerarmen Obstsorten sein.
Zudem sollten Lebensmittel wie Fleisch- und Wurstwaren, die viel der entzündungsfördernden Arachidonsäure enthalten, nicht allzu häufig auf den Tisch kommen.

Mit entzündungshemmender und schmerzlindernder Ernährung bekommen auch Sie Ihre Gelenkschmerzen bei Arthrose in Griff.
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Im Artikel über entzündungshemmende Lebensmittel erfahren Sie, was im Einzelnen auf Ihren Speisezettel gehören sollte, und warum diese Nahrungsmittel guttun. Mit der "Goldenen Suppe" stellen wir Ihnen hier ein wirksames Rezept zur Schmerzlinderung vor.

Veröffentlicht am 03.07.2021

Publication date

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Quellenverzeichnis

  1. Arthrose selbst heilen. Ein GU Ratgeber mit ganzheiltichem Programm zur Schmerzbewältigung.
    Arthrose selbst heilen. Das ganzheitliche Anti-Schmerz-Programm. Dr. Martin Marianowicz, Dr. Willibald Walter. GU Verlag.

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