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Ernährung
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Veröffentlicht am 21.07.2022

Warum ist Abnehmen so schwer?

Und wie kann ich das ändern? Von Apfeltypen, Bauchfett und Dauerstress – plus 12 aufrichtige Tipps für den Weg zum Wunschgewicht.

Damenfüße auf einer Waage, die die Abkürzung "WTF" anzeigt

Warum ist Abnehmen eigentlich so schwer? Wir haben alltagstaugliche Experten-Tipps für den Weg zum Wunschgewicht. Bildnachweis: AdobeStock/adrian_ilie825

Jetzt mal Klartext: Warum ist Abnehmen so schwer?

Zuerst ist man hochmotiviert, dann bleiben die Erfolge aus und der Weg ist zum Scheitern geebnet. Missglückt der Versuch, überflüssige Pfunde zu verlieren, wirkt sich das verständlicherweise nicht besonders motivierend aus. Man fühlt sich regelrecht unfähig.

Abnehmen ist auch deshalb oft so schwer, weil der Misserfolg (Jo-Jo-Effekt!) bei wissenschaftlich längst widerlegten Diäten schon vorprogrammiert ist. Um erfolgreich abzunehmen, lohnt es sich daher wirklich, die Gründe für Übergewicht und die daraus resultierenden sinnvollen Maßnahmen für Ihr individuelles Abnehmprogramm auszumachen.

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Mehr Leichtigkeit durch weniger Pfunde. Bildnachweis: iStock/Thomas Vogel

Futtern gegen Stress

Schokolade zur Beruhigung, Eis gegen den Frust? Bei anhaltendem Stress verlangt insbesondere das Gehirn mehr Energie. Da kommt das Stresshormon Cortisol ins Spiel, das die geforderte Energie dann aus den Muskeln und dem Fettgewebe nimmt. Wenn die Depots irgendwann leer sind, will das Gehirn weiter „gefüttert“ werden. Der gestresste Körper hat Hunger und langt mehr zu als unter normalen Umständen. Die Folge: Mehr Energie als benötigt wird zugeführt und man nimmt zu. Ungünstige Begleiterscheinung: Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel regt die Fettzellen dazu an, mehr Fett zu speichern als notwendig.

Das Schicksal des „Apfeltyps“

Der sogenannte „Birnentyp“ legt an Po, Hüften und Beinen zu. Der „Apfeltyp“ schafft sich wiederum am Bauch neue Fettdepots an. Richtig gemein: „Apfeltypen“, die bei Stress eher den Appetit verlieren, können dennoch an Bauchfett zulegen. Der Grund dafür ist, dass das tiefe Bauchfett mehr Rezeptoren für Cortisol enthält als das Unterhautfettgewebe. Die Folge sind nachhaltige Fettpolster und ein damit verbundenes Risiko, Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen zu entwickeln.

Im Umkehrschluss stimuliert das tiefer liegende Bauchfett seinerseits die Produktion von Cortisol, so haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität San Francisco herausgefunden. Frauen mit einem runden Bauch schütten wesentlich mehr Cortisol aus als Frauen mit schlanker Taille. Noch Fragen, warum Abnehmen dann so schwer ist?

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Der Apfeltyp (links) hat durch sein Bauchfett ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bildnachweis: Ela Strickert

Die Lösung lautet Stressabbau

Gegen dieses Schicksal hilft nur konsequenter Abbau von Stress. Klar, stärker belastende Phasen und stressige Situationen kann man nicht gänzlich vermeiden. Aber wie Sie damit umgehen, haben Sie selbst in der Hand. Bringen Sie deshalb mehr „ich schaffe das“ als „ich muss“ in Ihr Leben!

Geben Sie dem Genießen mehr Raum, überhören Sie den inneren Ruf nach Perfektionismus und versuchen Sie, Ihr Zeitmanagement zu optimieren. Ebenso wichtig sind regelmäßige Auszeiten, in denen Sie wieder volltanken können. Das perfekte Ventil für angestaute Energie (siehe oben) ist – ganz einfach – sportliche Betätigung.

Übergewicht führt nicht immer zu gesundheitlichen Schäden

Jetzt aber mal eine gute Nachricht: Nicht jeder, der ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt, leidet unter gesundheitlichen Schäden wie Diabetes oder Bluthochdruck. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass die Gelenke unter der Last der zusätzlichen Pfunde leiden. Gelenkverschleiß und Arthrose können die Folge sein. Wer bereits erhöhte Blutzuckerwerte, Prädiabetes oder Diabetes Typ 2 entwickelt hat, sollte in jedem Fall versuchen, abzunehmen. Es lohnt sich!

Diabetes Typ 2 den Kampf ansagen

Bei Ihnen wurde ein Diabetes Typ 2 festgestellt? Dann gibt es Hoffnung! Denn anders als beim Diabetes Typ 1 besteht die Möglichkeit, dass die Insulinproduktion in Ihrem Körper wieder angekurbelt werden kann. Vor allem im ersten Stadium der Krankheit kann sich der Stoffwechsel durch gewisse Lebensstilveränderungen wieder einpendeln.

Die wichtigsten Voraussetzungen dafür: Gewicht abnehmen und regelmäßig bewegen. Die einzige Alternative dazu: eine Insulintherapie. Denn wenn die körpereigene Insulinproduktion nicht mehr anspringt, müssen blutzuckersenkende Medikamente eingenommen werden. Wer das vermeiden möchte, der sollte motiviert sein und dem sollte Abnehmen auch nicht mehr ganz so schwer fallen.

Wichtig ist, dass Sie es selbst wollen

Klar, wer dazu gezwungen ist, dem fällt das Abnehmen schwerer. Schließlich bedeutet es in gewisser Weise Druck und Stress für die Psyche. „Der Körper stellt unter Gefahrensituationen automatisch auf einen geringeren Energieverbrauch um, die Gewichtsabnahme stagniert nach ein paar Tagen oder Wochen und die Motivation sinkt in den Keller. Außerdem ist dauerhafter Stress rund um eine so wichtige Angelegenheit wie das Essen nicht mit einer guten Lebensqualität vereinbar“, beschreibt GU-Erfolgsautor und Diabetologe Dr. Matthias Riedl in seinem Diabetes Kochbuch – Genussvoll den Blutzucker im Griff. Ihr innerer Antrieb ist deshalb so entscheidend und Sie sollten nicht davor zurückschrecken, professionelle Hilfe anzunehmen.

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Hände weg von ungesunden Snacks! Eine ausgewogene und sättigende Ernährung ist die richtige Voraussetzung fürs Abnehmen. Bildnachweis: AdobeStock/natus111

Hilfe von außen kann im Zweifel nicht schaden

Egal ob Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsmediziner, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Sportpädagoginnen oder Sportpädagogen – erfahrene Expertinnen und Experten werden Ihre Situation ganzheitlich betrachten und behandeln. Sie analysieren Ihre Ernährungsgewohnheiten sowie Ihre medizinische Historie und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Weg.

Denn warum ist Abnehmen so schwer? Weil es eine individuelle Angelegenheit ist. Dr. Riedl empfiehlt daher, dass vor jeder Behandlung „der ganze Mensch und seine individuelle Ernährung in Augenschein genommen werden“. Übergewicht entsteht nicht über Nacht und kann ebenso schnell wieder verschwinden. Und die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie wir Menschen selbst.

Hilfe finden Sie unter anderem in Schwerpunktpraxen für Ernährungsmedizin in Ihrer Nähe oder beispielsweise bei Doc Weight auf www.bdem.de.

Abnehmen ist schwer? Testen Sie doch mal diese 12 Praxis-Tipps

Viele Wege führen zum Wunschgewicht: Wir haben zwölf erprobte und alltagstaugliche Tipps unseres Diabetes-Experten Dr. Matthias Riedl in dieser Liste für Sie zusammengestellt.

  • Abnehmen muss auch Spaß machen.
    Klar, Abnehmen bedeutet Konsequenz. Aber wenn Sie verbissen und ohne Freude dabei sind, ist der Weg der falsche.
  • Lernen Sie sich selbst kennen.
    Wann, was und aus welchem Grund esse ich? Aus Ihren Ernährungsgewohnheiten können Sie wichtige Erkenntnisse für Ihren Abnehmerfolg ziehen. „Durst, Langeweile, Traurigkeit oder das Gefühl der Einsamkeit bekämpft unsere Psyche gern mit Nahrung“, so Dr. Matthias Riedl. Könnten Sie sagen, welcher Ess-Typ Sie sind? Finden Sie es raus, mit unserem Schnellcheck.
  • Übertreiben Sie es nicht.
    Drei Kilo in drei Monaten klingt wenig, aber wenn Sie es auf ein Jahr hochrechnen sind es zwölf. Das ist ein super Abnehmerfolg!
  • Bitte keine Diäten!
    Viele Diäten basieren auf mittlerweile überholten Grundlagen. Passen Sie Ihr Abnehmprogramm und Ihre Ernährung bitte auf Ihre Bedürfnisse an. Nur so kann ein langfristiger Erfolg stattfinden.
  • Ernährung umstellen ja, aber…
    … es muss zu Ihnen passen. Bei einer dauerhaften Ernährungsumstellung sollten Sie natürlich satt werden und es muss Ihnen vor allem schmecken. Haben Sie Probleme mit den Gelenken? Dann haben wir hier 10 leckere Rezepte mit antientzündlichen Zutaten.
  • Fett? Macht nicht fett!
    Fett ist böse – der Irrglaube, dass vor allem Fett auf dem alltäglichen Speiseplan schuld an Übergewicht ist, hält sich hartnäckig. Bei einer professionellen Beratung wird Ihnen diese Falschaussage aber nicht begegnen.
  • Hunger? Nicht mit Ihnen!
    Quält der Hunger, verlangt der Körper gern nach Zucker. Damit schießt das Insulin, das eigentlich unseren Blutzuckerspiegel senkt, in die Höhe. Die Folge: Ist der Blutzuckerspiegel wieder niedrig, meldet das Gehirn wieder Hunger. Ein Teufelskreis beginnt…
  • Eiweiß sättigt nachhaltig
    Gut zu wissen: Besonders empfehlenswert ist die Kombination aus Eiweiß und schwer verdaubaren Kohlenhydraten aus Gemüse.
  • Snacks besser vermeiden
    Weniger ist mehr, das gilt zumindest für die tägliche Anzahl unserer Mahlzeiten. Snacking sollten Sie deshalb am besten komplett vermeiden. Wer abnehmen möchte, sollte sogar lieber nur zwei als drei Hauptmahlzeiten einnehmen. Wer es ab und an nicht lassen kann: Der Snack-Liebling aus unserer Redaktion hält zumindest den Blutzuckerspiegel stabil.
  • An alle Sportmuffel: Sorry, aber es muss sein…
    Schon klar, Sport allein reicht nicht aus. Aber Sport wirkt sich aus. Sie bauen Muskeln auf, und Kalorien ab, was eine wirklich gute Unterstützung beim Abnehmen bedeutet. Suchen Sie sich eine Bewegungsform, die Ihnen Spaß macht, am besten gemeinsam mit Freundinnen und Freunden. Training im aeroben Bereich ist übrigens ideal zur Fettverbrennung. Sind Sie ein Spätzünder, was Muskelaufbau anbelangt? Dann probieren Sie doch mal unser HIIT-Training für Einsteiger.
  • Abnehmen ohne Hexenwerk
    Vermeiden Sie jegliche Form von Hokuspokus auf dem Weg zum Wunschgewicht. Dr. Matthias Riedl bringt es auf den Punkt: „Entscheidend ist, dass das Essen Ihnen schmeckt, satt macht und nicht zu viele Kalorien enthält. Das ist wissenschaftlich bewiesen“.
  • Wenn es einfach nicht klappen will
    Dann suchen Sie sich Hilfe! Sie müssen sich nicht alleine quälen und frustriert auf den Abnehmerfolg warten. Beenden Sie Ihren Einzelkampf und wenden Sie sich an erfahrene Expertinnen und Experten. Dort wird Ihnen auf allen Ebenen Hilfe und ein individuelles Programm geboten.
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