Forschung

Zellgesundheit für ein gutes Leben

/Anzeige/

Veröffentlicht am 13.09.2021

Publication date

Stärken Sie Ihre Zellen

Sind unsere Zellen gesund, fühlen wir uns wohl, sind aktiv und leistungsfähig. Wir strahlen Gesundheit und Vitalität aus. Achten wir aber nicht auf einen „zellgesunden Lebensstil“ mit guter Ernährung, viel Schlaf und Bewegung, ändern sich auch die feinen Strukturen und Stoffkreisläufe in unserem Körper. Stress beispielsweise schadet unseren Zellen, kann Krankheiten auslösen und lässt Alterungsprozesse vorzeitig einsetzen. Werfen Sie einen Blick auf die kleinsten Funktionseinheiten in unserem Körper: Was können Zellen für sich selbst tun und womit können wir unsere Zellfitness steigern?

Zellen und Gewebe – Das vielgestaltige Mosaik

Geschätzte 30 Billionen Zellen bilden das Kunstwerk des menschlichen Körpers. Das ist in Ziffern eine 3 gefolgt von 13 Nullen. Nur den Bruchteil eines Millimeters groß ist eine durchschnittliche Zelle. In ihrem Inneren enthält sie weitere, noch viel kleinere Funktionseinheiten, die Organellen. Diese haben sich wie die Organe unseres Körpers spezialisiert: So dienen beispielsweise der Zellkern der Steuerung, Membranen der Abgrenzung und Ribosomen der Herstellung von Eiweißen.

Verbände von Zellen mit einer gemeinsamen Aufgabe bilden Gewebe. Man unterscheidet das Muskel- und Nervengewebe, die Epithelien (Oberflächen im Körper, Schleimhaut, Drüsen, Haut) sowie Binde- und Stützgewebe. Eine Sonderform ist das Blut (Gas- und Stoffaustausch, Immunabwehr).

Gesunder Aufbau – Zellen brauchen vor allem Wasser

Ohne Wasser geht nichts: Unser Körper dankt es uns, wenn wir viel trinken. Wasser ist das zentrale Transport- und Lösungsmittel innerhalb des Körpers und wesentlich für die Zellgesundheit. Darin gelöste oder an Partikel gebundene Nähr- und Vitalstoffe erreichen über das Wasser jeden Ort im Körper. Das menschliche Gehirn enthält etwa 75 % Wasser. Muskeln haben einen Wasseranteil von 70 Prozent und selbst Knochen sind nicht knochentrocken, sondern bestehen noch zu 28 Prozent aus Wasser.

Was wir täglich an Wasser brauchen, kann über Getränke und Speisen gedeckt werden. Auch der Körper bildet beim Stoffwechsel kleine Mengen Wasser neu. Dennoch unterschätzen wir oft die benötigte Menge. Sie kann nach einer Faustformel berechnet werden.

Mindest-Trinkmenge für einen Erwachsenen: 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.


Für eine 60 kg schwere Frau ergibt sich so ein Wasserbedarf von etwa 1,8 Litern. Ein 90 kg schwerer Mann müsste täglich etwa 2,7 Liter zu sich nehmen.

Heute mache ich Sport – die Sauerstoffdusche

Alle lebenden Zellen benötigen Sauerstoff. Er erreicht sie über die Blutbahn. Kleine Zellbestandteile, die Mitochondrien, erzeugen mithilfe des Sauerstoffs Energie, den die Zelle für verschiedene Prozesse nutzt. Betreiben wir ausgiebig Sport, vertieft sich die Atmung, das Herz schlägt stärker und es fließt besonders viel sauerstoffreiches Blut durch den Körper. Das bringt viele gesunde Stoffwechselprozesse in Schwung.

Exkurs: Aufpassen vor zu viel Strahlung

Durch Wirkung von außen (z.B. Hitze, UV-Licht, Röntgenstrahlen, Umweltgifte und Zigarettenrauch), aber auch durch zelleigene Prozesse können freie Radikale, ungepaarte Elektronen, entstehen. Sie sind sehr reaktiv, setzen Zellen und Gewebe einem oxidativen Stress aus und stoßen Kettenreaktionen an. Das kann zu Veränderungen unseres Erbguts führen und so die Zellen schädigen. Wie freie Radikale abgefangen werden können oder Zellablagerungen wieder beseitigt werden, ist gegenwärtiger Forschungsgegenstand.

Sport gilt als ein hervorragendes Anti-Aging-Mittel, aber auch die Ernährung ist wichtig.

Eine ausgewogene Ernährung besteht aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß im Mengenverhältnis von 50–30–20. Bildnachweis: Stocksy_Sally Anscombe

Essen in richtigen Maßen und Anteilen

Unser Körper gewinnt seine Energie aus der Nahrung, aus Kohlenhydraten, Fetten oder Eiweißen (Proteine). Sie enthält unterschiedlich viele verwertbare Kalorien. Je nachdem, was gerade auf unserem Speiseplan steht, kann die Energie mehr aus der einen oder aus der anderen Stoffgruppe gedeckt werden.

Bei einer ausgewogenen Ernährung liegen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß im Mengenverhältnis von 50–30–20 vor.

Nicht vergessen – Vitamine, Mineralien und Co.

Auch wenn wir nicht immer das Richtige essen, unser Körper bricht die Nahrung auf ihre kleinsten Bestandteile herunter und kann Fehlendes teilweise ausgleichen. Das gilt allerdings nicht für einige essenzielle Nährstoffe. Sie müssen für die Zellgesundheit und zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen zugeführt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung listet die Folgenden:

  • Vitamine: A, C, D, E und K, Thiamin, Riboflavin, Niacin, B6 und B12, Folat, Panthothensäure und Biotin.
  • Mineralsalze und Spurenelemente: Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Selen, Jod, Fluorid, Kupfer, Mangan, Chrom und Molybdän.

Hinzu kommen essenzielle Aminosäuren, die für den Aufbau komplexer Eiweiße, wie Hormone oder Zellen der Immunabwehr, benötigt werden. Es handelt sich um den „Biochemie-Bausatz“ aus Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.

Fette bilden die Bestandteile jeder einzelnen Zellmembran und sind für die Zellgesundheit unverzichtbar. Auch die essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure kann der Körper nicht selbst bilden und muss sie durch die Nahrung zugeführt bekommen.

Es lohnt sich, den eigenen Lebensmittelvorrat und sein Essverhalten daraufhin zu überprüfen und zu ergänzen. Wer sichergehen möchte, kann sich zum Beispiel von Ernährungsberatern helfen oder in Apotheken beraten lassen. Ausgleichende Nahrungsergänzungsmittel sowie viele Vitamine können vielerorts erworben werden.

Abbau und Reinigung – Wie sich Zellen gesund erhalten

Im Zuge des alltäglichen Stoffwechsels fallen in den Zellen immer wieder Stoffe an, die entweder gar nicht mehr gebraucht oder zwischengelagert werden, die fehlerhaft hergestellt oder die beispielsweise durch Krankheitserreger oder freie Radikale geschädigt wurden. Solche „Abfallstoffe“ enthalten noch wichtige Grundsubstanzen und gebundene Energie. Sie könnten der Zelle nutzen, wenn ihr die Umwandlung gelingt. Sie können aber auch schaden, wenn sie sich anreichern und Zellvorgänge behindern.

Vor wenigen Jahren haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Zellen über einen effektiven Recyclingprozess verfügen, mit dem sie Altstoffe und Abfallstoffe abbauen und wiederverwerten. Diesen Selbstreinigungsprozess nennt man Autophagie.

Wie die Autophagie funktioniert, ist heute gut verstanden. Sie hat eine enge Verbindung zum Altern: Die Aktivität der Autophagie lässt etwa ab dem 30. Lebensjahr nach. Ab diesem Alter sammelt sich zunehmend zellulärer Abfall an und zieht dadurch die Zellfunktionen in Mitleidenschaft. Einige altersbedingte Erkrankungen wie Demenz lassen sich auf eine Zunahme von ungewünschten Proteinstrukturen (Plaques) in den Zellen zurückführen.

Diesem Vorgang lässt sich entgegensteuern. Die Wissenschaftler und Mediziner fanden heraus, dass einer bestimmten Substanz, Spermidin, eine maßgebliche Rolle bei der Autophagie zukommt. Und Spermidin können wir über die Nahrung (viel enthalten z.B. in Weizenkeimlinge, Pilzen, Brokkoli und älterem Cheddarkäse) oder mit Nahrungsergänzungsmitteln zu uns nehmen. Erste Ergebnisse an der Charité Berlin zeigen, dass sich beginnende Vergesslichkeit bei Älteren durch Spermidinkapseln mildern ließ. Von Sport und schwarzem Kaffee sind die Autophagie-fördernden Effekte mittlerweile ebenfalls gut bekannt.

Zellerneuerung – Lässt sich Schaden „wegteilen“?

Insgesamt sind etwa 200 verschiedene Zelltypen beim Menschen bekannt. Sie unterscheiden sich auch in ihrer Lebensdauer.

  • Magenzellen: 2 Tage Lebensdauer
  • Epidermiszellen der Haut: ca. 20 Tage Lebensdauer
  • Rote Blutkörperchen: 120 Tage Lebensdauer
  • Knochenzellen: ca. 25 Jahre Lebensdauer
  • Herzmuskelzellen: lebenslang
  • Nervenzellen (Neuron): lebenslang

Für Zellen mit hoher Lebensdauer wie Nerven- und Herzmuskelzellen oder bei einigen Gedächtniszellen des Immunsystems ist die Autophagie besonders wichtig. Werden Abfallstoffe in diesen langlebigen Zellen nicht effektiv beseitigt, können sie sich über die Jahre anreichern und gesundheitliche Probleme verursachen.
Die Förderung der Autophagie gilt als vielversprechender Ansatz zur Vorbeugung altersbedingter Erkrankungen. Im Fokus stehen dabei der Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit, der Gesundheit des Herz-Kreislauf und des Immunsystems.

Veröffentlicht am 10.08.2021

Publication date

Logo InfectoPharm

vitalissimo Newsletter