Gesundheit

Bluthochdruck (Hypertonie)

Was erhöht den Blutdruck?

Eine Bestmarke, die nicht positiv zu werten ist: Bluthochdruck ist die häufigste chronische Erkrankung weltweit und damit eine der Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auf deren Konto hierzulande die meisten Todesfälle gehen.

Wie kommt der Blutdruck zustande?

In einem steten Kreislauf strömt das Blut durch unsere Adern, im Zentrum steht das Herz. Der Blutdruck ist notwendig, damit das Blut zirkulieren kann, und zwar von den Stellen mit höherem Druck zu den Stellen mit niedrigerem Druck. Die Höhe des Drucks hängt von der Menge des Blutes, dem Herzschlag und dem Widerstand der Blutgefäße gegen den Blutfluss ab.  

Der Blutdruck ändert sich pausenlos, mit jedem Herzschlag. Ein ausreichend hoher Blutdruck ist die wesentliche Voraussetzung für ein aktives Leben. Wenn der Blutdruck zu stark abfällt, werden wir ohnmächtig, weil das Blut ohne Druck nicht gegen die Schwerkraft nach oben in den Kopf fließen kann. Zur Veranschaulichung: Damit der Organismus nach dem Schlafen aufwachen kann, muss er den Blutdruck ein bis zwei Stunden vorher hochfahren. Die Sympathikusnerven werden aktiv, das Herz schlägt schneller, die Muskelspannung in den Blutgefäßen erhöht sich. 

Bluthochdruck kann durch regelmäßige Messungen ermittelt werden. Bildnachweis: iStock/Lordn

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Konventionell wird der Blutdruck mit einer Manschette über dem Oberarm gemessen. Durch ein Stethoskop, das auf die Innenseite der Armbeuge gelegt wird, kann der Pulsschlag abgehört werden. Die Manschette wird mit einem Gummiball so weit aufgeblasen, bis die Schlagader am Arm abgepresst wird und kein Pulsschlag mehr zu hören ist. Anschließend wird die Manschette abgelassen, das Blut kann wieder fließen, der Puls ist wieder zu hören. Der Druck wird auf einem sogenannten Manometer angezeigt. Der ermittelte Druck beim ersten Pulsgeräusch ist der systolische (obere) Blutdruck-Wert. Die Luft wird so lange aus der Manschette gelassen, bis kein Puls mehr zu hören ist. Der zu diesem Zeitpunkt ermittelte Druck ist der diastolische (untere) Blutdruck-Wert. Blutdruck-Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg, angezeigt. 

Für die Ermittlung von Bluthochdruck ist eine 24-Stunden-Messung des Blutdrucks durch den Haus- oder Facharzt empfehlenswert. Der Blutdruck-Mittelwert sollte 135/85 mmHg nicht überschreiten. 

  • Optimaler Blutdruck: 120 (oberer Wert in mmHg), 80 (unterer Wert in mmHg)
  • Normaler Blutdruck: unter 130 (oberer Wert in mmHg), unter 85 (unterer Wert in mmHg)
  • Hoch normaler Blutdruck: 130-139 (oberer Wert in mmHg), 85-89 (unterer Wert in mmHg)
  • Isoliert erhöhter systolischer Blutdruck: über 140 (oberer Wert in mmHg), unter 90 (unterer Wert in mmHg)
  • Leicht erhöhter Blutdruck (Grad 1): 140-159 (oberer Wert in mmHg), 90–99 (unterer Wert in mmHg)
  • Mittelschwer erhöhter Blutdruck (Grad 2): 160-179 (oberer Wert in mmHg), 100-109 (unterer Wert in mmHg)
  • Stark erhöhter Blutdruck (Grad 3): über 180 (oberer Wert in mmHg), über 110 (unterer Wert in mmHg)
  • Hypertensive Krise (lebensbedrohlich): über 230 (oberer Wert in mmHg), über 130 (unterer Wert in mmHg)

Wann wird Bluthochdruck gefährlich?

Damit unser Organismus jederzeit handlungsfähig bleibt, muss der Blutdruck innerhalb kürzester Zeit ansteigen können. Wird dies zum Dauerzustand, kann der Körper den damit verbundenen Stress nicht mehr regulieren. Der Körper kontert andauerndem Stress mit Bluthochdruck. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. 

Bluthochdruck kann auf lange Sicht chronisch werden und krank machen – ein schleichender Prozess, der meistens lange Zeit keine, oder lediglich diffuse Beschwerden verursacht. Bluthochdruck schädigt die Arterien, da zum einen Ablagerungen entstehen. Zum anderen verliert die Muskulatur an Elastizität. Daraus folgen unter anderem Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, Hirnblutungen, Schlaganfälle, Demenz, Nierenversagen sowie Netzhaut- und Sehstörungen.

In circa 90 Prozent der Fälle entsteht Bluthochdruck durch äußere Einflüsse (primäre Hypertonie). Nur bei fünf bis 15 Prozent folgt der Bluthochdruck einer anderen Erkrankung (sekundäre Hypertonie). 

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Das Verständnis der Bluthochdruck-Therapie hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert: Das Handeln steht vor dem Behandeltwerden. Die Betrachtung der individuellen Lebensweise wird in der Bluthochdruck-Therapie immer wichtiger. Auf dieser Basis beruhen auch neuartige Behandlungsmodelle, wie etwa das Drei-Typen-Konzept gegen Bluthochdruck.

Wichtig für Menschen mit der Diagnose Bluthochdruck: Sprechen Sie immer mit Ihrem Haus- oder Facharzt und handeln Sie nicht auf eigene Faust.

Veröffentlicht am 13.9.2021

Veröffentlichungsdatum

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Quellenverzeichnis

  1. Titelbild "Bluthochdruck senken. Das 3-Typen-Konzept"

    „Blutdruck senken. Das 3-Typen-Konzept“, Annette Bopp, Dr. med. Thomas Breitkreuz

    Buch (Softcover): 128 Seiten
    ISBN-10: 383386656X
    ISBN-13: 978-3-8338-6656-2
    Preis: 14,99 Euro (inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten)

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